ArchivDeutsches Ärzteblatt41/2001Arzttum: Wer vertritt unsere Interessen, wenn nicht einmal wir selber?

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Arzttum: Wer vertritt unsere Interessen, wenn nicht einmal wir selber?

Dtsch Arztebl 2001; 98(41): A-2639 / B-2266 / C-2112

Hoff, Bernhard

Zur Lage der deutschen Ärzteschaft im Sommer 2001:
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LNSLNS c Nach mehrjährigen Beratungen eines gemeinsamen Ausschusses von Ärzten (!) und Krankenkassen werden kurzfristig neue „Heilmittelrichtlinien“ übersandt. Noch mehr unbezahlte (!) Arbeit für den Kassenarzt und dafür bezahlte (!) Mehrarbeit für den Masseur.
c Der Unterabteilungsleiter Baum des Ge­sund­heits­mi­nis­teriums räumt ein, dass eine zeitnahe Überarbeitung der Gebührenordnung aus personellen Gründen nicht zu leisten sei. Somit kommt man dem Ziel näher, die GOÄ gleich auf das Niveau des EBM herunterzufahren.
c Die Bundes­ärzte­kammer stellt nach mehrjährigen hilflosen Interpretationsversuchen fest, dass – aufgrund eines Formulierungsfehlers – die Leichenschau nicht gemeinsam mit dem hierzu zweifellos notwendigen Besuch abgerechnet werden darf. Das Dezernat „Gebührenordnung“ wäre eigentlich eine Schaltstelle für die wirtschaftliche Lage der deutschen Ärzte und müsste diese Schlüsselfunktion mit Durchsetzungswillen und
-kraft wahrnehmen.
c Forderungen nach mehr Leitlinien, Qualitätssicherung, evidenzbasierter Medizin, „disease management“ geistern durch Fach- wie Laienpresse. Nicht allen ist bewusst, dass auch deren Erfüllung nur zu (unbezahlter?) Mehrarbeit für den Arzt und institutionalisierter Dokumentationsflut führen wird.
c Der DGB fordert die
4-Tage-Woche. Die Vertragsärzte wären gut beraten, sich dieser Forderung anzuschließen: Um einen realistischen Bezug zwischen Arbeit und Honorierung wiederherzustellen, endet die kassenärztliche Tätigkeit donnerstags um 17.00 Uhr.
Dr. Bernhard Hoff, Prinz-Georg-Straße 42, 40477 Düsseldorf
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