ArchivDeutsches Ärzteblatt41/2001Chronisch Kranke: Realitätsverfälschung

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Chronisch Kranke: Realitätsverfälschung

Dtsch Arztebl 2001; 98(41): A-2641 / B-2249 / C-2113

Spiel, Michael

Zu dem Beitrag „Reform des Risiko­struk­tur­aus­gleichs: Disease Management wird aktiviert“ von Prof. Dr. med. Dr. sc. Karl W. Lauterbach und Dr. med. Stephanie Stock in Heft 30/2001:
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LNSLNS Leider haben Sachverständige wie Herr Lauterbach „keine Ahnung von der Sache, die sie begutachten“ (Prof. Kolkmann). So entsprechen die DMP originär unserem bestehenden deutschen Hausarztsystem (biologisches Modell nach Ullrich). Wozu dann weitere Bürokratisierung? Für die diffamierenden und ehrenrührigen Behauptungen von „Experten“ über die angeblich schlechte Versorgung chronisch kranker Menschen fehlen in aller Regel Belege, die dann durch statistische Tricks und darauf aufbauende Hochrechnungen ersetzt werden. So stellen die in der Grafik 1 dar-gestellten Ergebnisse der Code-2-Studie eine grobe Verfälschung der Realität dar. Die Prämisse für die Errechnung der Krankenhauskosten war, dass 20 % der Diabetiker innerhalb eines Jahres stationär behandelt würden. Dieser Wert ist für diabetestypische Komplikationen mindestens um den Faktor fünf, in der Gesamtheit aller Krankenhaus-Einweisungen, also auch für Unfälle etc., um den Faktor zwei zu hoch. Wo bleibt da der von Herrn Lauterbach geforderte EBM? Diesen Realitätsverfälschungen kann nur durch vollständige Datenerhebung in den Praxen und durch Klärung der Frage, warum einige Patienten schlecht eingestellt sind, begegnet werden. Dazu bedarf es aber hausärztlichen Sachverstandes!
Dr. med. Michael Spiel, Dorfplatz 6, 71711 Murr
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