MEDIZIN: Referiert

Schwangerschaft nach peripartaler Kardiomyopathie

Dtsch Arztebl 2001; 98(41): A-2652 / B-2275 / C-2117

goa

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Frauen, die nach vorangegangener
peripartaler Kardiomyopathie erneut schwanger werden, gehen das Risiko einer klinisch signifikanten Verschlechterung ihrer Linksherzfunktion, die auch zum Tod führen kann, ein.
Etwa 20 Prozent der Frauen, die an der seltenen peripartalen Kardiomyopathie erkranken, überleben nur dank einer Herztransplantation. Der wesentlich größere Teil der Frauen aber, die nicht so schwer beeinträchtigt wurden, sieht sich bei erneutem Kinderwunsch mit einer nur unzureichenden Datenlage und wenig prognostischen Anhaltspunkten konfrontiert. Aus diesem Grund untersuchten Elkayam et al. in einer landesweit in Amerika
angelegten retrospektiven Studie die Daten (Krankenakten und persönli-
che Gespräche) von 44 betroffenen Frauen mit insgesamt 60 nachfolgenden Schwangerschaften. Die Autoren mussten feststellen, dass es im Rahmen einer erneuten Schwangerschaft auch bei den Frauen mit vormals wieder normalisierter Linksherzfunktion zu einer signifikanten Abnahme der linksventrikulären Auswurffraktion und in 21 Prozent der Fälle zu einer Herzinsuffizienz kam. Noch ungünstiger waren die Verläufe bei Frauen, die als bleibenden Schaden ihrer Kardiomyopathie eine Linksherzinsuffizienz davongetragen hatten und mit dieser beeinträchtigten kardialen Funktion erneut schwanger wurden. Auch hier sank die linksventrikuläre Auswurffraktion weiter ab, 44 Prozent der Frauen wurden herzinsuffizient und 19 Prozent starben. Ähnlich alarmierende Zahlen ergaben sich für die Feten dieser folgenden Schwangerschaften: Bei den schon linksherzbelasteten Müttern kam es in 25 Prozent der Fälle zu einer Abtreibung aus medizinischer Indikation (gegenüber vier Prozent bei den nicht belasteten Müttern) und die Frühgeburtenrate betrug 37 Prozent (gegenüber elf Prozent). Aufgrund des Studiendesigns und der kleinen Fallzahlen sind die Daten sicher noch prüfenswert, für betroffene Frauen können sie aber eine wertvolle Entscheidungshilfe sein, schließen die Autoren. goa

Elkayam U et al.: Maternal and fetal outcome of subsequent pregnancies in women with peripartum cardiomyopathie. N Engl J Med 2001; 344: 1567–1571.

Uri Elkayam, Section of Heart Failure, Division of
Cardiology, Department of Medicine, University of
Southern California School of Medicine, Los Angeles, USA.

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