ArchivDeutsches Ärzteblatt41/2001Gd-MRT-Diagnostik bei kardialer Sarkoidose

MEDIZIN: Referiert

Gd-MRT-Diagnostik bei kardialer Sarkoidose

Dtsch Arztebl 2001; 98(41): A-2661 / B-2269 / C-2133

goa

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LNSLNS Sowohl die Diagnostik einer kardialen Sarkoidose als auch die Therapiekontrolle der Steroidbehandlung kann mithilfe der Gadolinium-Diethylentriaminpentaacetylsäure-verstärkten Magnetresonanztomographie (Gd-MRT) erhoben werden.
Um die gefährdeten Patienten mit kardialer Beteiligung frühzeitig erkennen und therapieren zu können, kommen in der Regel die Elektrokardiographie und die Echokardiographie zum Einsatz. Diese Untersuchungen sind aber gerade in der Früherkennung von begrenztem Nutzen. Auch Isotopenaufnahmen oder Szintigraphien erwiesen sich aufgrund ihrer eingeschränk-
ten räumlichen Auflösung als nicht sehr zuverlässig. Die einzig sichere diagnostische Maßnahme ist daher immer noch die Endomyokardbiopsie. Da aber besonders in Japan die kardiale Sarkoidose mit 58 Prozent sehr häufig ist und eine Mortalität von 85 Prozent aufweist, haben japanische Wissenschaftler sich im Rahmen einer kleinen Studie mit der Effizienz der überwiegend in der Myokardinfarktdiagnostik genutzten Gd-MRT zur Erfassung kardialer Symptome einer Sarkoidose beschäftigt. Bei insgesamt 8 von 16 Patienten ließen sich im Gd-MRT (1,5 Tesla supraleitendes Magnetsystem mit T1-gewichteter Spin-Echo-Sequenz) Signalverstärkungen im linken Ventrikel darstellen, die auf ein interstitielles Ödem hinweisen. Nach bioptischer Diagnosesicherung und vierwöchiger Prednisolontherapie (60 mg jeden zweiten Tag oder 30 bis 40 mg täglich) konnte auch die Rückbildung bezüglich der Signalintensität und Herdgröße im Gd-MRT dokumentiert werden.
Wenn sich die vorgestellten Beobachtungen auch im Rahmen einer größeren Studie validieren lassen, scheint endlich eine zuverlässige nichtinvasive Methode gefunden zu sein, um die gefährliche kardiale Sarkoidose frühzeitig zu erkennen. goa

Shimada T et al.: Diagnosis of cardiac sarcoidosis and evaluation of the effects of steroid therapy by gadolinium-DTPA-enhanced magnetic resonance imaging. Am J Med 2001; 110: 520–527.

Toshio Shimada, Department of Internat Medicine, Shimane Medical University, Shimane, Japan.

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