ArchivDeutsches Ärzteblatt41/2001Die Haut im medizinischen und kulturgeschichtlichen Kontext

BÜCHER

Die Haut im medizinischen und kulturgeschichtlichen Kontext

Dtsch Arztebl 2001; 98(41): A-2664 / B-2272 / C-2136

Mittag, Hannelore

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LNSLNS Medizin und Kultur
Die Hülle des Menschen
Hannelore Mittag (Hrsg.): Die Haut im medizinischen und kulturgeschichtlichen Kontext. Schriften der Universitätsbibliothek Marburg, Band 103, 2000, 302 Seiten, 85 Abbildungen (schwarz-weiß), 25 DM, Bestelladresse: Universitätsbibliothek Marburg, Tauschstelle, Postfach 19 20, 35008 Marburg, Telefon: 0 64 21/2 82 51 87, Fax: 0 64 21/2 82 65 06, E-Mail: disstausch@ub.uni-marburg.de

Dies ist ein Buch für jeden künstlerisch interessierten Arzt, besonders für Dermatologen, ein Buch, das Medizin und Kulturgeschichte miteinander verknüpft. Es wurde konzipiert als Begleitband zu einer Ausstellung, die bis Ende Februar 2001 in der Marburger Universitätsbibliothek zu sehen war. Inhalt sind Aufsätze über Struktur und Funktionen der Haut neben ihrer gesellschaftlich-kulturellen Bedeutung, die in Literatur und Kunst ihren Niederschlag fand.
Eingestimmt werden wir durch Hofrat Behrens aus dem „Zauberberg“. Dann übernimmt der „Curiöse Haut-Diener/Vorstellend der Menschenlichen Haut Schönheit und Heßlichkeit“ aus dem Jahr 1690 die Führung. Anatomie und Physiologie der Haut werden mit Sprichwörtern, Anekdoten und Bil-dern verdeutlicht. Ausführlich wird die kommunikative Funktion der Haut betrachtet. Schon seit der Steinzeit ist der Mensch bemüht, sein äußeres Bild zu verschönern, man denke an Cleopatras betörende Schminkkunst. Selbst Ötzi war tätowiert und somit keine Ausnahme!
Einen größeren Abschnitt nimmt das Piercing als Zeichen der Abgrenzung ein. Methoden der Wundbehandlung – von Hippokrates bis heute – werden erklärt. Besonders anrührend sind einige Beispiele des Erlebens von Hauterkrankungen, wie John Updikes Umgang mit Psoriasis und Paul Klees ergreifende Darstellung des Gefangenseins in der Haut (Sklerodermie). Außergewöhnlich ein Beitrag über Pigmentmale im alten China und vieles, was aus Platzgründen hier nicht gewürdigt werden kann.
Der Text ist geeignet, die Hülle des Menschen von ihrer künstlerischen Seite zu zeigen: bei aller Wissenschaftlichkeit ein gleichermaßen ernstes wie vergnügliches Buch. Maja Rehbein
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