ArchivDeutsches Ärzteblatt41/2001Hormonsubstitution: Mit vier verschiedenen Pflastern pro Zyklus

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Hormonsubstitution: Mit vier verschiedenen Pflastern pro Zyklus

Dtsch Arztebl 2001; 98(41): A-2666 / B-2274 / C-2138

Leinmüller, Renate

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LNSLNS Die Palette der transdermalen Hormonsubstitution ist um ein Matrixpflaster zur sequenziell kombinierten Therapie klimakterischer Beschwerden bei nicht hysterektomierten Frauen erweitert worden. Die Kombination besteht aus vier Pflastern pro „Zyklus“, die jeweils über eine Woche appliziert werden; auf zwei Estrogen-Monopflastern folgen zwei Kombipflaster, die kontinuierlich Estrogen und Gestagen in niedriger, aber ausreichender Dosierung freisetzen (Fem7® Combi).
Das von der Firma Merck entwickelte Produkt gibt in den ersten beiden Wochen kontinuierlich 50 µg Estradiol täglich, in den beiden darauf folgenden zusätzlich 10 µg/die Levonorgestrel ab. Bei der Vorstellung in Frankfurt hat Prof. Thomas von Holst (Heidelberg) neben der schnellen Wirkung vor allem das stabile Blutungsmuster, den sicheren Endometriumschutz und die geringe Nebenwirkungsrate hervorgehoben.
Verglichen mit Placebo, konnte bereits nach dem ersten Zyklus eine signifikan-
te Besserung der klimakterischen Beschwerden im Kuppermann-Index dokumentiert werden, der nach drei Zyklen noch deutlicher ausfiel (Reduktion von 27 auf 13 beziehungsweise 23). Die Zahl der wöchentlichen Hitzewallungen sank von einem Ausgangswert um 50 nach einem Therapiemonat auf knapp unter 20 und ging im Behandlungsintervall von zwölf Monaten auf unter zehn (Placebo über 20) zurück.
Die endometriale Sicherheit ist laut von Holst gegeben: Bei 398 Frauen habe sich nur in einem Fall eine Endometriumhyperplasie gefunden (0,3 Prozent), kein Karzinom. Mit dem Blutungsmuster – 80 Prozent Abbruchblutungen, 20 Prozent Amenorrhö – zeigten sich 90 Prozent der Frauen zufrieden oder sehr zufrieden. Den Einfluss auf den Fettstoffwechsel beurteilte der Referent angesichts einer Abnahme von Gesamt- und LDL-Cholesterin (minus fünf Prozent, minus zehn Prozent)
und Triglyceriden (minus zehn Prozent) sowie einer leichten Zunahme des HDL-Cholesterins nach sechs Zyklen Fem7 Combi als günstig.
Bei den Nebenwirkungen hob von Holst speziell die – verglichen mit oraler Substitution – niedrige Rate von Mastalgien (4,4 Prozent) und Brustspannen (1,5 Prozent) hervor; es sei hierdurch nur ein einziger Therapieabbruch verursacht worden. Als günstig stufte er auch die Hautverträglichkeit des Membranpflasters ein: In 6,2 Prozent der Fälle wurden leichte Irritationen dokumentiert, hochgradige Hautreaktionen waren mit rund einem Prozent selten. Dr. Renate Leinmüller
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