ArchivDeutsches Ärzteblatt40/1996Prävalenz und Sekundärprävention von Alkoholmißbrauch und -abhängigkeit in der medizinischen: Versorgung

SPEKTRUM: Bücher

Prävalenz und Sekundärprävention von Alkoholmißbrauch und -abhängigkeit in der medizinischen: Versorgung

John, U.; Hapke, U.; Rumpf, H.-J.; Hill, A.; Dilling, H.

Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...
LNSLNS Alkoholabhängigkeit
Reduzierbares Problem
U. John, U. Hapke, H.-J. Rumpf, A. Hill, H. Dilling: Prävalenz und Sekundärprävention von Alkoholmißbrauch und -abhängigkeit in der medizinischen Versorgung. Band 71 der Schriftenreihe des Bundesministeriums für Gesundheit, Nomos Verlag, Baden-Baden, 1996, 115 Seiten, 29 DM
Die Autoren der Lübecker psychiatrischen Universitätsklinik untersuchten in einem Allgemeinkrankenhaus und in zwölf Allgemeinpraxen 3 475 Patienten auf alkoholbedingte Störungen hin. Die Ergebnisse sind bemerkenswert: von den stationären Patienten sind 17,5 Prozent der bis zu 64jährigen alkoholabhängig oder zeigen Alkoholmißbrauch (von den älteren weniger). In Allgemeinpraxen waren es 10,7 Prozent; in der Krankenhausambulanz sogar 33,8 Prozent. Hinzu kommen Verdachtsfälle, die für die Frühintervention ebenfalls wichtig wären. Diese Prävalenz läßt die Früherkennung unerläßlich erscheinen. Hierfür entwickelten und benutzten die Autoren ein Screening-Verfahren mit nur sieben Fragen, und sie schlagen einen psychiatrischen Liaison-Dienst im Allgemeinkrankenhaus vor.
Zur Frühentwicklung erprobten die Autoren eine dreiwöchige Motivierungs-therapie, nach der die Inanspruchnahmetendenz der Patienten eindeutig ansteigt, weit mehr suchen sie Selbsthilfegruppen und Suchtberatungsstellen auf, und sie sind um ein Mehrfaches besser zur Entwöhnungsbehandlung motiviert. Allerdings bleiben von den bereits alkoholabhängigen Patienten immerhin noch 73 Prozent unmotiviert.
Die Zahlen aus diesem lesenswerten Buch zeigen, wieviel in der Alkoholismusbehandlung zu tun ist und auch, wieviel getan werden kann. Alkoholabhängigkeit bildet "in der medizinischen Basisversorgung ein häufiges, aber ein reduzierbares Problem".
Rainer Tölle, Münster
Anzeige

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Fachgebiet

Zum Artikel

Anzeige

Alle Leserbriefe zum Thema

Stellenangebote