ArchivDeutsches Ärzteblatt42/2001Krankenhäuser: Fortschritte

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Krankenhäuser: Fortschritte

Dtsch Arztebl 2001; 98(42): A-2677 / B-2301 / C-2137

Clade, Harald

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LNSLNS Die Krankenhaus-Lobby will sich nur notgedrungen und allmählich mit den neuen ordnungspolitischen Konstellationen zur Einführung eines diagnoseorientierten, mehr leistungsbezogenen pauschalierten Entgeltsystems ab 2003 anfreunden. Die Fallpauschalen werden zum 1. Januar 2003 zunächst mit einer freiwilligen Lösung starten, damit möglichst viele Krankenhäuser noch zu den alten Übergangsbedingungen das neue System testen können. Eine Menge von komplizierten, zeitaufwendigen und konfliktträchtigen Vorbereitungs- und Umsetzungsarbeiten musste die Selbstverwaltung in Angriff nehmen,
unterstützt durch wenige, auf das neue Entgeltsystem spezialisierte Experten und Institute. Erst Ende September haben sich die Deutsche Krankenhausgesellschaft, die Spitzenverbände der gesetzlichen Krankenkassen und der Verband der privaten Kran­ken­ver­siche­rung inhaltlich auf die „Speziellen Kodier-Richtlinien“ verständigt. Zusammen mit den bereits im Frühjahr konsentierten „Allgemeinen Kodier-Richtlinien für die Verschlüsselung von Krankheiten und Prozeduren“ bilden die speziellen Kodier-Richtlinien eine wesentliche Grundlage für die geplante Einführung des neuen Vergütungssystems auf der Basis von diagnoseorientierten Fallpauschalen.
Die beiden Teile des Kodier-Richtliniensystems sollen zu einem einheitlichen Regelwerk zusammengeführt und zum 1. Januar 2002 als „Deutsche Kodier-Richtlinien“ in Kraft treten. Diese sollen die Abrechnung mit DRG-basierten Entgelten (auf Festpreisbasis) unterstützen. Die Richtlinien sollen die notwendige Kodierqualität garantieren, auf die sich die Krankenhäuser vorbereiten müssen. Im allgemeinen Teil der Richtlinien werden Schlüsselbegriffe wie Haupt- und Nebendiagnose definiert. Die speziellen Richtlinien beschreiben insbesondere Fallkonstellationen, die durch die allgemeinen Richtlinien nicht hinreichend abgebildet werden können. Voraussetzung, dass viele Krankenhäuser bereits ab 2003 freiwillig nach DRG abrechnen, ist allerdings, dass die Krankenhäuser ein einseitiges Wahlrecht im Hinblick auf dessen Anwendung haben. Falls den Krankenkassen aber ein Veto zugestanden wird, ist der Start bereits verkorkst. Den Krankenkassen entginge die Möglichkeit, von der Erprobungsphase ebenfalls zu profitieren. Dr. rer. pol. Harald Clade
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