ArchivDÄ-TitelSupplement: ReisemagazinReisemagazin 2/2001Aruba/Niederländische Karibik: Sonneninsel zum Abtauchen

Supplement: Reisemagazin

Aruba/Niederländische Karibik: Sonneninsel zum Abtauchen

Dtsch Arztebl 2001; 98(42): [12]

Clade, Harald

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LNSLNS Sechs Inseln – ein Traum“, so der zündende Slogan, mit denen die Niederländischen Antillen sonnenhungrige Urlauber aus den gemäßigten Zonen zu einem Trip in die Karibik animieren. In der Tat: Ein Urlauberparadies, ein noch nicht so sehr touristenüberflutetes Eiland ist Aruba, die kleinste der drei ABC-Inseln – 24 Kilometer vor der Küste Venezuelas. Im vergangenen Jahr feierte die Insel – sehr sandig und so flach wie eine Flunder – ihren 50. Geburtstag mit Paraden, feuriger Musik und Sportveranstaltungen. Die Insel, die zusammen mit Curaçao und den anderen „holländischen“ Inseln im Königreich der Niederlande mit dem Status „Apart“ selbstständig wurde, erinnerte daran, dass 1499 Alonso de Ojeda als erster Europäer seinen Fuß auf das 184 Quadratkilometer große Eiland gesetzt hatte. Die Geschichte in der nachkolumbianischen Zeit verlief ebenso abwechslungsreich wie friedlich. Die Spanier zeigten kein besonderes Interesse an der trockenen, wasserarmen und völlig hurrikanfreien Insel. Sie brachten aber die dort ansässigen Arawak-Indianer als Zwangsarbeiter auf die Plantagen von Hispañola. In den Jahren 1634 bis 1636 verdrängten die Holländer die Spanier. Peter Stuyvesant wurde 1634 erster Gouverneur der niederländischen Besitzungen in Übersee. 1954 gewährte die niederländische Krone den Antilleninseln eine Teilautonomie bei weiter starker Abhängigkeit vom Mutterland. 1986 wurde dann das „Island in the Sun“ selbstständig mit
einem eigenen Gouverneur, einem demokratisch gewählten Parlament, eigenem Geld (dem Arubian Florint), Briefmarken, der Sprache „Papiamento“, einer auf der Insel gebrauten Biermarke namens „Balashi“ und einer sich stolz präsentierenden Metropole Oranjestad.
Kolonialgebäude
Auf den ersten Blick wirkt die Stadt mit ihrem viel frequentierten Hafen und der Kreuzfahrer-Peer, ihren pastellfar-
benen Giebelhäusern im Kolonialstil, ihren rot-weißen Windmühlen und den Edel-
boutiquen wie ein Fremdkörper in der tropischen Region. Dennoch gibt es feine Unterschiede im Baustil, in der Präsentation und im Interieur
von gut erhaltenen Vorzeige-Kolonialgebäuden, insbesondere des Fort Zoutman, des
ältesten Gebäudes der Insel mit seinen Kacheln im arubanischen Stil.
Auf den zweiten Blick stellt man fest, dass die verschnörkelten Renaissance-Fassaden aus dem 20. Jahrhundert stammen, eine fröhlich-poppige Mischung aus Kolonialarchitektur, Disney World und vielen typisch karibischen Zutaten.
In Oranjestad „residieren“ die nicht groß auffallenden Regierungsgebäude und Touristikbüros. Rund um die alte protestantische Kirche sind einige gut restaurierte Häuser aus dem 17. und 18. Jahrhundert gruppiert, zum Teil aus Holz errichtet, aber auch fest gemauert, daneben spanische Patio-Häuser mit schmiede-eisernen Ballustraden vor den Fenstern.
Im Zentrum von Oranjestad sind auch die Einkaufsmalls, Souvenirläden, Einkaufszentralen, Cafés und Restaurants; auch McDonald hat dort ein bescheidenes Etablissement. Direkt am Yachthafen gibt es einen kleinen Markt, exotische Früchte im Überfluss, daneben bunte, wilde Klamotten. Im Einkaufscenter Plaza Royal, an der Seaport Mall und am Marketplace am Lloyd G. Smith Boulevard und an der Havenstraat pulsiert das Leben. Ganz in der Nähe, auf dem Boden ausgebreitet, allerlei Gegenstände des gehobenen und kitschigen Kunsthandwerks, zumeist von Einheimischen wortreich angepriesen – neben zahlreichen Freiluft-Cafés, Restaurants, die holländische und kreolische Leckereien offerieren. Ganz in Verbundenheit zur fernen „Heimat“ in Amsterdam oder Den Haag gibt es fast überall „Koffie met zelfgemakte Appelgebak“ oder aber einen Planter’s Punch. Im nahe gelegenen Wilhelminapark, einem gepflegten Blumengarten, wird die Statue der Königin Wilhelmina wie eine Reliquie besucht.
Zeugen des Petro-Booms
Wer als „Touri“ die Insel durchstreift, wird einige markante Bauwerke entdecken, so das Light-Firehouse, den 40 Meter hohen, weiß getünchten Leuchtturm an der Westspitze der Insel, in dessen Umgebung Buden Candy-Leckereien offerieren. Vorbei an zerklüf-
teten Küstenstrichen, über kar-
ge und fast menschenleere Landstriche erreicht man im äußersten Nordosten die Nat-
ural Bridge, eine bogenförmige Felsbrücke, einen Treffpunkt der Jeep-Touristen und anderer entdeckungsfreudiger Urlauber.
Wer die Insel durchquert, findet Zeugen einer längst verflossenen Epoche: Auf der wilden Nordostseite gibt es noch Reste der alten Goldmine von Balashi, in denen zwischen 1824 und 1913 Gold gefördert wurde.
Ein alter Schmelzofen und verrostetes Schürfgerät erinnern noch an den längst verflossenen karibischen Goldrausch. Auch die einzige, damals größte Erdölraffinerie der Welt, in der Nähe der zweitgrößten Gemeinde Arubas, San Nicolas, hat vor 16 Jahren die Förderung aus wirtschaftlichen Gründen eingestellt und hinterließ eine
gigantische Industrie-Ruine. Seit 1991 hat eine venezuelanisch-kanadische Gesellschaft einen Teil der Anlage wieder in Betrieb genommen – allerdings unter bescheidenen Bedingungen. Im Südosten erinnert eine Ölraffinerie ganz in der Nähe des Baby Beach an Zeiten, als der Petro-Dollar noch üppig floss.
Der Arikok-Nationalpark und andere Areale sind arubatypisch grün: Kandelaberkakteen, spindelförmige Säulenkakteen, Opuntien, Agaven und vor allem die auf
Aruba endemisch verbreiteten Divi-Divi-Bäume, windschiefe, zwei bis drei Meter hohe Bäume, die Alleen und Landstraßen Schatten spenden. Sonst umhegen Dornbüsche und stachelige Tamarinden Häuser, Behausungen und wohl separierte Besitztümer.
San Nicolas: Charlie’s Bar
Ein Muss ist ein Ausflug nach San Nicolas im Südosten. Hier pulsierte früher noch das Leben, heute ist der Ort ziemlich verschlafen. Manche Häuser stehen leer, aber es gibt immer noch auch von Einheimischen frequentierte Pubs, Bars und Rumtankstellen, ursprünglich Refugien für Hafenarbeiter und Seeleute aus aller Welt. Mitten im Kneipenviertel von San Nicolas an einer Ecke einer Straßenkreuzung liegt Charlie’s Bar. Dies ist eine inzwischen in der dritten Generation geführte In-Kneipe mit einem düsteren Interieur und viel Firlefanz an der Decke und rund um den Tresen. Barmann Charlie Brouns bat einst seine Gäste, persönliche Andenken und Souvenirs an die Wände zu pinnen. Seitdem zieren die Kneipenwände zahlreiche exotische Nummernschilder, vergilbte Fotos, eine Unzahl von Visitenkarten (auch meine!), Flugtickets, Geldscheine, Bikinioberteile und Strumpfbänder. Heute führt Charlies Sohn, Charles III., die Bar; er sorgt für Erfrischungen und – als Spezialität – für gegrillte Riesengarnelen.
Aruba ist berühmt und beliebt wegen seiner Puderzuckerstrände am Eagle Beach und Palm Beach – Tummelplätze für Sportive, Wasserfreunde und Sonnenanbeter. Feinsandige, fast gelbe Strände gibt es zumeist an der Südküste: Palm Beach, Eagle Beach (12 Kilometer), Malmok, Arashi, Baby Beach, Roger’s Beach, Andicuri und Mungle Alto. Die meisten Ferienareale liegen direkt am Meer, manchmal unter üppigen Palmenhainen. Die Hotelresorts liegen in der Low-rise- und in der Highrise-Zone (in Letzterer gibt es mehrere international renommierte Hotels). Ein Geheimtipp: „The Pirates’ Nest“, ein originelles rustikales Restaurant in Form einer gestrandeten Galeere, das zum Bucuti Beach Resort (86 komfortable Zimmer) zählt. Eigentümer ist der polyglotte Ewald Biemans, ein aus Südtirol stammender Gastronom, der mit exzellenten Weinen aus vier Kontinenten aufwartet – oder einem kühlen Grolsch aus NL, serviert in
einem eisgefüllten Champagnerkühler! Harald Clade

Reise-Tipps: Reise und Formalitäten: ABC-Inseln, darunter auch Aruba: tägliche Linienflüge mit KLM über Amsterdam, mit Martinair via Miami. Air Aruba verbindet täglich alle ABC-Inseln. Flug auch via Caracas möglich. Umsteige-Zwischenstopp in Willemstad auf Curaçao.
Wassersportarten: Windsurfing, Tauchen, Schnorcheln, Parasailing, Banana Boats, Hochsee-Angeln, Wasserski und Jetski. Weitere Sportarten: Golfen auf dem 18-Loch-Platz Robert Trent Jones,
Tennis, Squash, Reiten und Minigolf. – For Fun: Tauchen mit dem U-Boot bis 35 Meter u. M. im Seekanal vor Oranjestad.
Unterkunft und Restaurants: 4 500 Hotelzimmer im Drei- bis Fünfsternebereich; drei All-inclusive-Anlagen am
Eagle Beach. Hohes Preisniveau (US-Dollar-Basis). 250 Restaurants unterschiedlicher Kategorien. Ein Tipp für deutsche Urlauber: das Bucuti Beach Resort am Eagle Beach unter Leitung des Südtiroler Eigentümers Ewald Biemans.
Informationen: Dutch Caribbean Travel Centre, Karlstraße 12, 60329 Frankfurt/Main; Telefon: 0 69/2 40 01 83; Fax: 0 69/24 27 15 21; E-Mail: Dutch.caribbean-tce@t-online.de; Internet: www.dutch-caribbean.com; Aruba-Tourism Authority, Rita Morozow, Rensley A. Zijlstra, Postfach 12 04, 64333 Seeheim; Telefon: 0 62 57/96 29 21; Fax: 96 29 19; E-Mail: info@aruba.de
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