ArchivDÄ-TitelSupplement: ReisemagazinReisemagazin 2/2001Insel Norderney: Bei Wind und Wellen entspannen

Supplement: Reisemagazin

Insel Norderney: Bei Wind und Wellen entspannen

Dtsch Arztebl 2001; 98(42): [14]

Barmwoldt, Joachim

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LNSLNS Mollig warm ist es im kühl gestylten Salon der Autofähre „Frisia VIII“. Rasch gleitet das Schiff aus dem Hafen Norddeich. An Bord servieren Kellnerinnen heißen Tee und Käsekuchen. Bizarre bleifarbene Wolken ballen sich über
dem grauen Wattenmeer. Nur über Norderney dringen
Sonnenstrahlen durch einen Wolkenschlitz.
Plötzlich knistert es im Bordlautsprecher. Der Kapitän meldet sich: „Auf der Backbordseite sehen Sie ei-
nige Seehunde auf der
Sandbank.“ Tatsächlich, die
Clowns der Meere dösen hinter einer grünen Tonne. Die Fähre stört sie nicht.
Seehunde sehen wir am nächsten Morgen wieder – am östlichen Ende der rund 15 Kilometer langen Insel. Gut zwei Dutzend Tiere sonnen sich auf dem breiten, hellen Sandstrand in der Nähe des Wracks, das dort seit 1967 liegt.
Strandwanderer gehen eher selten bis dorthin. Am Nord- und Ost-Badestrand hingegen, die sich unweit
des Ortes Norderney erstrecken, sind auch in der kühlen Jahreszeit viele Spaziergänger unterwegs. Die meisten wollen einige
Tage bei Wind und Wellen ausspannen. Salzig und würzig schmeckt die Nordseeluft, die frische Brise prickelt im Gesicht, wenn man am Strand entlanggeht.
Das Geheimnis des Seeklimas besteht vor allem im Salz- und Jodgehalt der Luft. Durch den Wind wird das Meerwasser zerstäubt und verteilt, wodurch das so genannte Reizklima entstehe. Es fördere die Durchblutung und rege den Stoffwechsel sowie den Appetit an, außerdem stabilisiere es den Schlaf-Wach-Rhythmus, lautet die „Indikation“. Im Herbst, Winter und Frühling hat das Nordseeklima besondere Heilkraft.
Strände und Dünen bedecken zwei Drittel der Insel. Rund 80 Kilometer Rad- und Wanderwege durchziehen die Dünenlandschaft. Damwild äst dort, Fasanen brüten im hohen Gras. Für Urlauber wurden Wetter-Schutzhütten und Cafés errichtet sowie ein 9-Loch-Golfplatz angelegt. 253 Stufen führen hinauf zur Aussichtsplattform des Leucht-
turms. Neben dem Turm landen und starten Propellerflugzeuge auf einer tausend Meter langen Asphaltpiste, zum Beispiel zu Rundflügen.
Norderney ist seit 1797 Seebad und damit Deutschlands ältestes Nordseeheilbad. König Georg V. von Hannover wählte das Fischerdorf im Jahr 1837 zu seiner Sommerresidenz. In der Folgezeit reisten viele Prominente wie Wilhelm von Humboldt, Theodor Fontane und Heinrich Heine auf die Insel.
Königin Marie von Hannover, eine glühende Heine-Verehrerin, ließ sich auf der Hohen Düne gar einen Pavillon errichten. „Marienhöhe“ nannten ihn fortan die Norderneyer. Ergriffen rezitierte die Königin dort Heines „Lied am Meer“ und blickte dabei sehnsuchtsvoll auf die Nordsee. Heute beherbergt die „Marienhöhe“ ein Café.
Vieles wurde auf der Insel für die Gäste gebaut, zum Beispiel ein Kurhaus, eine Spielbank, das Kurtheater, ein Kurmittelhaus und das Meerwasser-Wellenbad „Die Welle“. In dem lichtdurchfluteten Glasbau schwimmen Besucher in 28 °Celsius warmem Nordseewasser. Außerdem finden sich dort eine
65 Meter lange Rutsche, Saunen, Solarien und ein Wintergarten. In der nahen Einkaufs- und Fußgängerzone reihen sich Boutiquen und Läden aneinander, bummeln Besucher durch enge Gassen wie etwa die „Heringslohne“.
Breit gefächert ist auch die Palette der Unterkünfte. Sie reicht von Appartementhäusern und Pensionen – teils noch mit den charakteristischen verglasten Veranden – bis zu renommierten Hotels, wie zum Beispiel dem „Kurhotel Norderney“, dem „Inselhotel König Norderney“ oder dem „Strandhotel an der Georgshöhe“. Karl-Hans Sigges hat die „Georgshöhe“ seit 1978 zu einem 140-Betten-Hotel mit Viersterne-komfort ausgebaut. Sonnenuntergänge über der Nordsee, aber manchmal auch ein sturmgepeitschtes Meer können die Gäste von der windgeschützten Terrasse und durch Panoramafenster des gemütlichen Restaurants beobachten. Joachim Barmwoldt

Reise-Tipps: Anreise: Mit Auto oder Bahn über Norden bis Norddeich Mole, Überfahrt mit der Fähre; täglich neun Abfahrten zwischen 6.35 und 18 Uhr, zusätzliche Abfahrt um 19.30 Uhr freitags, samstags und sonntags. Preis: 25,50 DM pro Person für die Hin- und Rückfahrt, zusätzlich pro Pkw je nach Pkw-Größe 108 bis 143 DM für die Hin- und Rückfahrt.
Auskunft und Reservierungen: Norderneyer Verkehrsbüro GmbH, Bülowallee 5, 26548 Norderney, Telefon: 0 49 32/9 18 50, Fax: 0 49 32/8 24 94, im Internet: www.norderney.de N
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