ArchivDeutsches Ärzteblatt42/2001Bereitschaftsdienst: Keine Flexibilität

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Bereitschaftsdienst: Keine Flexibilität

Dtsch Arztebl 2001; 98(42): A-2710 / B-2329 / C-2161

Armbrust, S.

Zu dem Beitrag „Das große Schweigen“ von Jens Flintrop in Heft 27/2001 und zur Lage auf dem Arbeitsmarkt:
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LNSLNS Trotz drohenden Fachärztemangels in Deutschland werden jungen Ärzten auch von Ärztekammern ausreichend Steine in den Weg gelegt, obwohl sie als Institution der gewählten Standesvertreter („Primus inter Pares“) gerade die jungen Kollegen unterstützen sollten anstatt hier Macht zu demonstrieren und Pfründe zu schützen.
Als Assistenzarzt befinde ich mich in der Facharztausbildung Kinder- und Jugendmedizin an einem Universitätsklinikum im Nordosten Deutschlands. Seit 1. Januar 2001 leiste ich meinen Wehrdienst als Truppenarzt. Am Standort werden circa 1 200 Soldaten verschiedensten Alters medizinisch betreut. Das von uns behandelte umfangreiche Spektrum der Erkrankungen, von denen viele besonders auch in der Pädiatrie relevant sind, und die technische Ausrüstung für Diagnostik und Therapie sind mit einer gut ausgestatteten Allgemeinarztpraxis absolut vergleichbar. Der Staffelchef ist Facharzt für Allgemeinmedizin und hat die Weiterbildungsermächtigung für ein halbes Jahr.
All das rechtfertigt meines Erachtens die teilweise Anerkennung der Tätigkeit für die Weiterbildung, wie es für viele andere, auch theoretische (!) Fächer möglich ist. Mein Antrag wurde von der Ärztekammer, „ . . .weil Sie keine Kinder behandeln . . .“, abgelehnt. Stur, ohne dass ein flexibles Handhaben der Gegebenheiten erfolgt, wird die Karriere behindert. Zehn Monate gute Ausbildung mit viel Lebens- und fachlicher Erfahrung in die Facharztausbildung miteinzubringen, ohne dass es felsenfest und explizit in der Weiter­bildungs­ordnung verankert ist, das darf wohl nicht sein.
Dr. med. S. Armbrust, Holzteichstraße 26, 17489 Greifswald
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