ArchivDeutsches Ärzteblatt42/2001Bereitschaftsdienst: Strukturelles Problem

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Bereitschaftsdienst: Strukturelles Problem

Dtsch Arztebl 2001; 98(42): A-2710 / B-2329 / C-2161

Burgdorf, Volker

Zu dem Beitrag „Das große Schweigen“ von Jens Flintrop in Heft 27/2001 und zur Lage auf dem Arbeitsmarkt:
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LNSLNS Wenn die jungen Kollegen glauben, sie seien durch das Arbeitszeitgesetz und das Urteil des Europäischen Gerichtshofs aus dem Jammertal heraus, dann haben sie sich zu früh gefreut. Die geforderte Stellenvermehrung bei kurzer Beschäftigungsdauer führt für die meisten in ein neues Jammertal – und das für mindestens 25 Jahre.
Wir haben es hier nicht mit einem Ärztemangel, sondern mit einem strukturellen Problem zu tun. Kurzsichtigkeit und Rechenschwäche bis in die höchsten Entscheidungsebenen sind kaum geeignet, unsere Lage à la longue zu bessern.
Solange wir keine ausgeglichene Bilanz bei Tätigkeitsaufnahme in den Krankenhäusern und bei den Niedergelassenen haben, rennen wir immer tiefer ins „Elend“, um nicht zu sagen, in die Scheiße. Zu kurz gedachte Sparpolitik führt in großem Umfang zu Fremdalimentation, die volkswirtschaftlich teurer ist als zwei Erhöhungen nach dem BAT. Bezogen auf die Lebensarbeitszeit, brauchen wir zur „Bestandserhaltung“ 7 000 bis 8 000 Nachwuchsärzte pro Jahr, nicht etwa 13 000, die die Krankenhäuser bei Fortsetzen ihrer unsinnigen Personalpolitik fordern werden. Nur so haben wir die Chance, dem Jammertal zu entrinnen. Vielleicht sollte man in den Ärztekammern, den KVen und im Marburger Bund einmal darüber nachdenken. Guten Morgen!
Dr. med. Volker Burgdorf, Elberfelder Straße 20, 58095 Hagen
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