ArchivDeutsches Ärzteblatt42/2001Schilddrüse und Röntgenkontrastmittel: Jodbelastung vermeiden

MEDIZIN: Diskussion

Schilddrüse und Röntgenkontrastmittel: Jodbelastung vermeiden

Dtsch Arztebl 2001; 98(42): A-2737 / B-2333 / C-2193

Köhler, Peter

zu dem Beitrag Pathophysiologie, Häufigkeit und Prophylaxe der jodinduzierten Hyperthyreose von Priv.-Doz. Dr. med. Johann Rendl Dr. med. Bernhard Saller in Heft 07/2001
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LNSLNS Die von den Autoren beschriebene Anamnese und Vordiagnostik ist auch bei hohen Untersuchungszahlen praktikabel. Ein wesentlicher Anteil der Risikopatienten kann damit vor der Applikation jodhaltiger Kontrastmittel erkannt werden.
Die Empfehlung, solche Fälle unter medikamentöser Prophylaxe zu untersuchen, möchte ich jedoch kritisieren. Es ist für den Radiologen schwierig und fehlerträchtig, bei ambulanten Untersuchungen die geforderte zweiwöchige Einnahme der Thyreostatika (und das begleitende Labormonitoring) sicherzustellen beziehungsweise zu überwachen. Eine hervorragende Compliance von Patienten und Hausärzten ist dazu notwendig. Ob das immer gelingt?
Sicherer wäre es doch, auf entbehrliche Kontrastmittelanwendungen zu verzichten. Weitaus am häufigsten werden die nierengängigen Jodverbindungen bei der Computertomographie (CT) eingesetzt. Nach meiner Erfahrung kann die CT bei fast allen Fragestellungen durch eine Magnetresonanztomographie (MRT) ersetzt werden. Die MRT ist vielfach schon ohne intravenöse Kontrastierung aussagekräftig, zudem enthalten die dabei eingesetzten Kontrastmittel kein Jod. Die Kosten liegen kaum über denen einer Spiral-CT. Die diagnostische Aussagekraft der Magnetresonanztomographie speziell bei Untersuchungen am Kopf, Becken, Gelenken und Extremitäten ist in der Regel höher als die der Computertomographie.

Dr. med. Peter Köhler
Buchnerstraße 17
78464 Konstanz

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