ArchivDeutsches Ärzteblatt42/2001Riester-Rente: Relevanz für die Ärzte

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Riester-Rente: Relevanz für die Ärzte

Dtsch Arztebl 2001; 98(42): A-2760 / B-2368 / C-2200

Flintrop, Jens

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LNSLNS Mit der Riester-Reform beschloss der Gesetzgeber erstmals die staatliche Förderung der privaten Altersvorsorge. Banken und Versicherungen wittern seitdem das große Geschäft – kaum hatte die Rentenreform im Mai die letzte parlamentarische Hürde genommen, begannen die Anbieter um die Gunst der Sparer zu werben. Ist die Riester-Rente auch für Ärzte ein Thema?
Für die meisten Ärzte hat die Rentenreform keine direkten Auswirkungen. Denn: Die Reform richtet sich als staatlich geförderte private Vorsorge an gesetzlich Rentenversicherte. Ärzte sind aber in der Regel nicht Mitglied der Bundesversicherungsanstalt für Angestellte, sondern im berufsständischen Versorgungswerk. Auch angestellte Ärzte sind von der staatlichen Förderung einer privaten Altersvorsorge ausgeschlossen, wenn sie Mitglied im ärztlichen Versorgungswerk sind. Aufgrund der Sonderregelungen in der Beamtenversorgung sind beamtete Ärzte ebenfalls von der Förderung ausgeschlossen. Gleiches gilt für Ärzte im öffentlichen Dienst, die auf eine beamtenähnliche Versorgung zählen können.
Ärzte gehören zu den verkammerten Berufen, die über eigene Versorgungswerke verfügen. Diese arbeiten auf
versicherungsmathematischen Grundlagen nach einem Kapitaldeckungsverfahren. Demzufolge sollten sie über genügend Kapital verfügen, um langfristig ihren Leistungsstandard halten zu können. Steigende Lebenserwartung und damit verbundene längere Rentenlaufzeiten könnten allerdings in Zukunft zu einer Verringerung der Rentendynamik führen, betont Hans Geiger, Vorstandsmitglied der Deutschen Ärzteversicherung, in einem Interview mit der Marburger-Bund-Zeitschrift „Ärztliche Nachrichten“. Dieser mögliche Trend sei aber nicht so dramatisch wie in der gesetzlichen Rentenversicherung.
Der Arzt kann jedoch indirekt von der Riester-Rente betroffen sein. Dies ist der Fall, wenn zum Beispiel der Ehepartner des Arztes Mitglied der gesetzlichen Rentenversicherung ist, Anspruch auf Förderung hat und diese auch nutzt. Die volle Förderung besteht aus Grundzulage und steuerlicher Förderung. Diese Vorteile können genutzt werden, wenn die Ehegatten steuerlich gemeinsam veranlagt werden. Zu beachten ist, dass die Riester-Rente im Alter, also bei Rentenbezug, voll versteuert werden muss und nicht, wie sonst bei Rentenleistungen üblich, nur mit dem Ertragsanteil.
Jens Flintrop
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