ArchivDeutsches Ärzteblatt43/2001Praxiszulassung: Pfründesicherung vor Solidarität

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Praxiszulassung: Pfründesicherung vor Solidarität

Dtsch Arztebl 2001; 98(43): A-2793 / B-2395 / C-2226

Zimmer, Christian

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LNSLNS Mir kommen die Tränen beim Kommentar des Kollegen Ettrich über die armen niedergelassenen Kollegen, denen mit Entzug der Kassenzulassung im 68. Lebensjahr die „Lebensgrundlage“ entzogen wird, weil sie bis dahin keine „hinreichende Alterssicherung aufbauen“ konnten.
Für junge Kollegen mag das Argument der Budgetierung mit daraus folgendem Einkommensrückgang ja noch stimmen; die Kollegen, für die Herr Ettrich hier spricht, haben die wenigste Zeit ihrer Laufbahn unter Budgetierung gelitten und hatten wirklich ausreichend Zeit und Gelegenheit, ihre Alterssicherung vorzubereiten.
Die Ärzteschaft hat mit der Ärzteversorgung eine berufsständische Altersversorgung, die weitaus höhere Rentenzahlungen im Alter ermöglicht als zum Beispiel die BfA. Man muss sich doch
ernsthaft fragen, ob die nichtärztliche Bevölkerung der Bundesrepublik demnächst im Alter kollektiv Hunger leidet, wenn nicht einmal die Gruppe der armen niedergelassenen Ärzte ihre Existenzgrundlage sichern kann.
Im Ernst, welchen Eindruck bewirken solche Kommentare bei normalen (ärztlichen und nichtärztlichen) Menschen, die nicht im Alter auf eine Ärzteversorgung zurückgreifen können, die nicht jahrelang privat liquidieren konnten und auch noch vor der Budgetierung viel Geld verdienen konnten. Darüber hinaus zeigt der Kommentar auch mal wieder, wie es um die Solidarität der niedergelassenen Kollegen mit den jüngeren, niederlassungswilligen Kollegen in den Kliniken bestellt ist. Pfründesicherung vor Solidarität, auf diese kurze Formel kann man den Kommentar ganz gut zusammenfassen.
Dr. med. Christian Zimmer, Adlerstraße 20, 44867 Bochum
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