ArchivDeutsches Ärzteblatt43/2001Operative Resektion und Ganzhirnbestrahlung versus Gamma-Knife: Schlusswort

MEDIZIN: Diskussion

Operative Resektion und Ganzhirnbestrahlung versus Gamma-Knife: Schlusswort

Dtsch Arztebl 2001; 98(43): A-2819 / B-2401 / C-2247

Muacevic, Alexander; Kreth, Friedrich Wilhelm

zu dem Beitrag Multicenterstudie zur Therapie von kleinen singulären zerebralen Metastasen von Dr. med. Alexander Muacevic Dr. med. Friedrich Wilhelm Kreth Prof. Dr. med. Hans Jakob Steiger in Heft 12/2001
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LNSLNS Wir stimmen zu, dass die stereotaktische Einzeitbestrahlung sowohl mit dem Gamma-Knife als auch mit einem speziell ausgerüsteten Linearbeschleuniger durchgeführt werden kann. Dies ist in unserem Artikel erwähnt worden. Es war nicht unsere Absicht, den Begriff Gamma-Knife mit dem Terminus Radiochirurgie gleichzusetzen.
Die von uns initiierte Studie fokussiert auf die therapeutische Effizienz der alleinigen Gamma-Knife-Radiochirurgie in der Behandlung kleiner singulärer zerebraler Metastasen. Von Interesse ist hierbei, dass die an der Studie beteiligten Gamma-Knife-Zentren ein übereinstimmendes Behandlungskonzept anwenden (vergleichbare Tumorranddosen, Behandlung jeweils mit multiplen Isozentren). Charakteristische Merkmale dieses Behandlungskonzepts sind eine optimale Anpassung der Tumorranddosiskonfiguration an das Behandlungsvolumen und eine Dosisinhomogenität im Behandlungsvolumen. Die Dosisinhomogenität bei Radiochirurgie mit dem Linearbeschleuniger ist weniger stark ausgeprägt, insbesondere wenn ein Mikromultileaf-Kollimator zum Einsatz kommt. Zentren, die über keinen Mikromultileaf-Kollimator verfügen, bestrahlen mit weniger Isozentren. Der Einfluss dieser Unterschiede auf die therapeutische Effizienz ist unbekannt und niemals untersucht worden. Es ist daher von Interesse, dass durch die alleinige Verwendung des Gamma-Knife in der gegenwärtigen Studie mögliche heterogene Therapieeffekte durch unterschiedliche radiochirurgische Techniken ausgeschlossen werden können.
Der Terminus „Gamma-Knife-Radiochirurgie“ ist international akzeptiert und wird in der angloamerikanischen und der deutschen Fachliteratur verwendet.
Die von Patchel et al. angesprochene prospektiv randomisierte Studie ist erwähnenswert, da hier erstmals nachgewiesen wurde, dass die chirurgische Metastasenresektion in Kombination mit einer adjuvanten Ganzhirnbestrahlung zu einer höheren Tumorkontrollrate führt als eine alleinige operative Therapie (4). Die im Rahmen unserer Studie angewandten Strahlendosen sind in dem Artikel angegeben und entsprechen den in Deutschland üblichen Dosierungsschemata.

Literatur
1. Muacevic A, Kreth FW, Horstmann GA, Schmid-Elsaesser R, Wowra B, Steiger HJ, Reulen HJ: Surgery and radiotherapy versus gamma knife radiosurgery in the treatment of single cerebral metastasis with a diameter of < 3.5 cm. J Neurosurg 1999; 91.
2. Muacevic A, Kreth FW, Steiger HJ: Operative Resektion und Ganzhirnbestrahlung versus Gamma-Knife. Dt Ärztebl 2001; 98: A-768–769 [Heft 12]
3. Patchell RA, Tibbs PA, Walsh JW et al.: A randomized trial of surgery in the treatment of single metastasis to the brain. N Engl J Med 1990; 322: 494–500.
4. Patchell RA, Tibbs PA, Regine WF et al.: Postoperative radiotherapy in the treatment of single metastases to the brain. JAMA 1998; 280: 1485–1489.

Dr. med. Alexander Muacevic
Dr. med. Friedrich Wilhelm Kreth
Neurochirurgische Klinik
Klinikum Großhadern
Ludwig-Maximilians-Universität
Marchioninistraße 15
81377 München

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