ArchivDeutsches Ärzteblatt43/2001Opel Agila: Abstimmung mit „dem Rücken“

VARIA: Auto und Verkehr

Opel Agila: Abstimmung mit „dem Rücken“

Dtsch Arztebl 2001; 98(43): A-2824 / B-2405 / C-2251

Feldkamp, Anne Marie

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Ein Stadtauto mit überzeugenden "inneren" Werten: Der Agil ist wendig, bequem, geräumig und bietet eine gute Übersicht.
Ein Stadtauto mit überzeugenden "inneren" Werten: Der Agil ist wendig, bequem, geräumig und bietet eine gute Übersicht.
Opels kleinster Van war für junge Leute konzipiert. Weil er so bequem und rückengerecht ist, haben ihn jedoch die Senioren für sich entdeckt.

Pfiffig ja, aber preisverdächtig ist das Design des Opel Agila – eine Kooperation zwischen Opel und dem zur General Motors gehörenden Japaner Suzuki – wohl kaum. Wie viele seiner Klasse ruft der kompakte Van im Kleinformat, mehr hoch (1,66 m) als breit (1,62 m), hinten senkrecht abgeschnitten mit 14 Zoll kleinen Rädern, Assoziationen an eine rollende Hutschachtel wach. Aber der kleinste Opel hat andere Werte: Bei einer Länge von nur 3,50 Meter bietet der viersitzige Microvan überraschend viel Platz auf kleiner Grundfläche und ist zudem im hohen Maße übersichtlich, handlich und körpergerecht.
Eigentlich drängt Opel mit dem unterhalb der 20 000-DM-Grenze liegenden Agila in die boomende Microvan-Nische, um junge Kunden mit schmalem Geldbeutel zu locken. Nun ist es aber im neuen Jahrtausend, der Ära der Senioren, zur Überraschung von Opel die ältere Generation, die den Agila wegen solcher Eigenschaften überproportional kauft.
Drei von vier Deutschen im Alter zwischen 25 und 74 Jahren haben Rückenschmerzen – was sie nicht davon abhält, sich täglich klappmesserartig in knapp über dem Boden liegende Sitze zu zwängen und ihren Bandscheiben ein sportlich „abgestimmtes Fahrwerk“ zuzumuten. Dabei geht es auch anders: Den Agila „betritt“ man, kein In-den-Sitz-Fallen – kein mühsames Herausklettern. Den problemlosen Ein- und Ausstieg ermöglichen die weit zu öffnenden Türen und die erhöhten Sitze. Weitere Pluspunkte sammelt er mit seiner freien Rundumsicht dank schmaler Dachsäulen und großer Glasflächen, die den fünftürigen Stadtwagen sehr übersichtlich machen. Außerdem hat man bei einer Höhe von 1,66 Meter nicht nur viel Kopffreiheit, sondern muss sich auch nicht bücken. Parkplatzsuche und Einparken sind bei einem Wendekreis von 9,80 Meter und leicht gängiger Servolenkung auch kein Problem mehr – alles Eigenschaften, die gerade älteren Menschen Sicherheit vermitteln.
Das kleine Raumwunder setzt sich hinter den Sitzen fort: 248 Liter Stauvolumen im Heck, bequem über eine tiefe Ladekante zu erreichen und mühelos durch die auch geteilt umklappbaren Fondbänke bis auf 700 Liter Volumen zu erweitern.
Bei aller Bequemlichkeit und den bemerkenswerten Preisen (billigste Variante 17 798 DM; als 1,2 16V rundum ausgestattet 24 300 DM) hinkt der Agila technisch keinesfalls hinterher. Mit dem 1,0-Liter-Dreizylinder (43 kW/ 58 PS, 142 km/h) und dem durchzugskräftigeren 1,2-Liter-Vierzylinder (55 kW/75 PS/155 km/h) aus dem Corsa ist der kleine Fronttriebler mit zwei kräftigen Motoren zu haben, die bereits die strenge Euro-4-Norm für das Jahr 2005 erfüllen. Durch die breite Spur und den Frontantrieb weist der Agila trotz seiner Höhe ein problemloses Kurvenverhalten auf. Auch in puncto Sicherheit lässt sich Opel nicht lumpen: Zur Grundausstattung gehören Fahrer- und Beifahrerairbags, Gurtstraffer sowie entkoppelnde Pedale, die beim schweren Frontalaufprall die Beine und Füße schützen. In Crash-Tests erhielt der Agila auch wegen der gezielten Karosserieverstärkungen mit Seitenaufprallschutz beste Noten, was in dieser Klasse nicht selbstverständlich ist.
Zwölf-Jahres-Garantie gegen Durchrostung
Geringer Wartungsaufwand und ein reparaturfreundliches Modularkonzept sowie ein Durchschnittsverbrauch von 6,3 und 6,5 Litern halten die Betriebskosten moderat. Der Euro-4-Standard bringt eine pauschale Steuerbefreiung von 600 DM. Die kleinere Variante 1.0 12V fährt sechs Jahre lang steuerfrei, der Agila 1.2 16V bleibt fünf Jahre vom Fiskus verschont. Und als Sahnehäubchen gibt es noch eine Zwölf-Jahres-Garantie gegen Durchrostung oben drauf. Den Bonus kann sich Opel leisten, weil 97 Prozent der Karosseriebleche beidseitig feuerverzinkt sowie alle Hohlräume versiegelt sind.
Wer also frei von Statusdenken ist, auf automobilen Chic nicht ganz so viel Wert legt, einen preisgünstigen, variabel nutzbaren, bequemen und handlichen fahrbaren Untersatz sucht, für den ist der Agila ein idealer Stadt- und durchaus auch Reisewagen – insbesondere als Mobilitätsgarantie unter alters- und körperbedingten Erschwernissen. Anne Marie Feldkamp
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