VARIA: Schlusspunkt

Adlerblick

Dtsch Arztebl 2001; 98(43): [84]

Pfleger, Helmut

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Gelegentlich bekomme ich Post von meinem alten Schulfreund Dr. med. Norbert Knoblach. So wies er mich beispielsweise auf einen Artikel im Heft 18/2001 des „Deutschen Ärzteblattes“ hin: „Wie ein Wurm Lernprozesse verstehen hilft“. Ich zitiere: „Die Neuronen von Caenorhabditis elegans und des Menschen weisen zum Teil die gleichen molekularen Komponenten auf. Die Forscher haben mit Hilfe von C. elegans zeigen können, dass eine Form von assoziativem Lernen Kalzium-abhängig ist . . . Endlich wissen wir, warum Neurologen so ein erfolgreiches und elegantes Ärzteschach spielen! Sie kennen eben ihre Würmer.“
Ich weiß nicht, ob die Norbertsche Folgerung in letzter Instanz schlüssig ist, aber immerhin . . . Schließlich tappen wir alle im Dunkeln, woher die Neurologen das nur haben.
Nun hat Norbert es einst versäumt, sich der Neurologie zu verschreiben, und muss demzufolge versuchen, dieses Manko irgendwie auszugleichen. Dazu gibt es Maskottchen, die – neben dem eigenen Brett postiert – das Geschehen auf diesem günstig beeinflussen sollen.
Auf jeden Fall sind sie ratsamer als Glückssteine. Einen solchen bekam einmal vor einem wichtigen Wettkampf der englische Großmeister Nigel Short geschenkt. Er steckte ihn, wie angeraten, in die Hosentasche und spielte eine Partie nach der anderen erbärmlich. Bis er ihn wütend fortwarf, wonach er plötzlich zu gewinnen begann. Als er den Steinspender daraufhin ansprach, meinte dieser nur trocken: „Dann war es eben des Steins Bestimmung, fortgeworfen zu werden!“
Zurück zu Norbert und seinen Maskottchen. Vor Jahren versuchte er es beim Ärzteturnier mit einem Kätzchen, aber dieses war zu verschmust und zeigte wenig Krallen. Ein Krokodil musste her! Dummerweise wusste er nicht, dass ein Gegner von Judit Polgar einst ein solches neben das Brett gelegt hatte, mit der Folge, dass er selbst von ihr zerrissen wurde. Kommt also alles auf einen zurück? Man kann ganz schön irre werden in der Maskottologie!
Wie auch immer, dieses Jahr zierte der Adler Artjom den Platz neben dem Brett. Und wie war das in der Partie gegen Dr. Bous?
Sehen Sie, wie Dr. Knoblach als Schwarzer am Zug mit Adlerblick und einer kleinen Kombination etwas sehr Wertvolles eroberte?

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