ArchivDeutsches Ärzteblatt44/2001Beitragssätze: Halber Prozentpunkt

SEITE EINS

Beitragssätze: Halber Prozentpunkt

Dtsch Arztebl 2001; 98(44): A-2833 / B-2429 / C-2257

Jachertz, Norbert

Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...
LNSLNS Eine Steigerung der Beitragssätze in der Gesetzlichen Kran­ken­ver­siche­rung um 0,2 bis 0,5 Prozent hält Bundes­ärzte­kammerpräsident Prof. Dr. med. Jörg-Dietrich Hoppe für vertretbar. Hoppe beruft sich dabei auf die überragende Bedeutung des Gesundheitswesens auch für den Arbeitsmarkt. Er spricht sogar von der „Jobmaschine Gesundheitswesen“. Angesichts abflauender Konjunktur und unerfreulicher Aussichten für den Arbeitsmarkt hält er es geradezu für sträflich, im Gesundheitswesen kürzer treten zu wollen.
Vorsichtige Andeutungen, eine Beitragssatzsteigerung in begrenztem Rahmen sei tolerierbar, kamen in den letzten Wochen und Monaten auch aus Regierungskreisen. Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­terin Ulla Schmidt brachte soeben eine Beitragssatzsteigerung von 0,2 Prozent ins Gespräch, und sie gab auch zu überlegen, dass bei einer künftigen Strukturreform des Gesundheitswesens nicht nur wie bisher in erster Linie die Ausgabenseite angegangen werden müsse, sondern auch die Einnahmenseite zu überprüfen ist.
Allerdings hat Schmidt mehrfach abgelehnt, bereits jetzt mehr Geld ins System zu bringen. Sie will den Druck, der aus den knappen Mitteln resultiert, nutzen, um die aktuellen Gesetzesvorhaben, etwa die Disease-Management-Programme, durchzubringen. Eine Neuordnung auch der Einnahmenseite kommt für sie nur infrage, wenn zugleich eine allgemeine Strukturreform durchgezogen wird.
Das heißt, dass eine grundlegende Verbesserung der Finanzausstattung der Gesetzlichen Kran­ken­ver­siche­rung frühestens in der kommenden Legislaturperiode angegangen wird – falls sich der Runde Tisch, an dem die Beteiligten des Gesundheitswesens sitzen, und die diversen Diskussionskränzchen im Regierungslager auf Grundzüge einer Reform verständigt haben. Bis dahin bleibt es bei den jetzt ins Spiel gebrachten Prozentbruchteilen für Beitragssatzerhöhungen, maximal einem halben Prozentpunkt. Norbert Jachertz
Anzeige

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Fachgebiet

Zum Artikel

Anzeige

Alle Leserbriefe zum Thema