ArchivDeutsches Ärzteblatt44/2001BSE/vCJK: Übertragung durch Blut möglich

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BSE/vCJK: Übertragung durch Blut möglich

Dtsch Arztebl 2001; 98(44): A-2836 / B-2432 / C-2260

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Erythrozytenkonzentrat als möglicher Überträger von vCJK Foto: Peter Wirtz
Erythrozytenkonzentrat als möglicher Überträger von vCJK
Foto: Peter Wirtz
Arbeitskreis Blut stellt Bericht vor.

Eine Übertragung der Creutzfeldt-Jakob-Krankheit durch chirurgische Instrumente, menschliches Gewebe oder Blut und Blutprodukte kann nicht ausgeschlossen werden. Zu diesem Ergebnis kommen der Präsident des Paul-Ehrlich-Instituts, Prof. Dr. med. Johannes Löwer, und der Vorsitzende des Arbeitskreises Blut und Vizepräsident des Robert Koch-Instituts, Prof. Dr. med. Reinhard Burger. Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­terin Ulla Schmidt hatte sie beauftragt, gemeinsam mit Sachverständigen vor dem Hintergrund von BSE und vCJK eine Strategie zur Blutversorgung zu entwickeln.
Dass vCJK durch Blutplasmaprodukte übertragen werde, erscheint den Experten als sehr unwahrscheinlich, da der Erreger während der Herstellung dieser Blutprodukte weitgehend entfernt werde. Möglich sei aber eine Übertragung durch zelluläre Blutprodukte, wie Erythrozyten, Thrombozyten und Frischplasma. Obwohl die auf BSE zurückgeführte Variante der Creutzfeldt-Jakob-Krankheit bislang in Deutschland nicht diagnostiziert wurde, könne das Auftreten von Erkrankungen nicht ausgeschlossen werden, heißt es.
Um das Übertragungsrisiko zu vermindern, schlagen die Wissenschaftler vor, die Entwicklung von Tests zu fördern, Personen, die früher selbst Transfusionen erhielten, von Blutspenden auszuschließen und auf einen besonders sparsamen Gebrauch von Blutprodukten zu achten.
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