ArchivDeutsches Ärzteblatt44/2001Methylphenidat: Zu häufig verordnet

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Methylphenidat: Zu häufig verordnet

Dtsch Arztebl 2001; 98(44): A-2837 / B-2433 / C-2261

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Ursachen und Verbreitung von ADHS sollen untersucht werden. Foto: BilderBox
Ursachen und Verbreitung von ADHS sollen untersucht werden. Foto: BilderBox
Therapie von ADHS soll speziell qualifizierten Ärzten vorbehalten bleiben.
Um das „Aufmerksamkeitsdefizit und Hyperaktivitätssyndrom“ (ADHS) bei Kindern zu diagnostizieren und mit Methylphenidat zu therapieren, soll künftig eine spezielle ärztliche Qualifikation nötig sein. Das kündigte die Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Marion Caspers-Merk, für 2002 an. Sie reagiert damit auf die in den letzten Jahren sprunghaft gestiegenen Verordnungen von Methylphenidat. Nach Angaben der Bundesopiumstelle stieg der Verbrauch von 1993 bis 2000 auf das 14fache. Die Fortschritte in der Therapie seien grundsätzlich zu begrüßen, sagte Caspers-Merk, das Medikament dürfe aber nicht unkritisch eingesetzt werden. Ein Drittel der Rezepte werde nicht von Kinderärzten oder -psychiatern ausgestellt, sondern von Hausärzten, aber auch von Labor- und HNO-Ärzten, Gynäkologen, Radiologen und Zahnärzten. Die Diagnose sei jedoch schwierig, und neben der medikamentösen Therapie sei auch psychotherapeutische Hilfe nötig.
Caspers-Merk setzte zwei Arbeitsgruppen ein, die Ursachen und Verbreitung von ADHS sowie Verordnungsstrukturen untersuchen sollen.
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