ArchivDeutsches Ärzteblatt44/2001Krankenkassen: „Verordnete Sucht“

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Krankenkassen: „Verordnete Sucht“

Dtsch Arztebl 2001; 98(44): A-2840 / B-2415 / C-2261

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Zu viele Tranquilizer auf Rezept. Foto: DAK
Zu viele Tranquilizer auf Rezept. Foto: DAK
Die Gmünder Ersatzkasse legt ihren diesjährigen Arzneimittelreport vor.

Einige Ärzte verordnen immer noch zu viel, zu schnell und zu unkritisch, so die Einschätzung des Vorstandsvorsitzenden der Gmünder Ersatzkasse (GEK), Dieter Hebel. Dies gehe aus dem „Arzneimittel-Report 2001“ seiner Krankenkasse hervor. Patienten erhielten oft jahrelang Sucht erzeugende Schlaf- und Beruhigungsmittel, erläuterte der Leiter der Studie, Prof. Dr. rer. nat. Gerd Glaeske, Universität Bremen. Bei den über 70-jährigen Frauen nähmen rund acht Prozent regelmäßig derartige Medikamente ein. Im Laufe der Studie seien 20 Millionen Verordnungen der Jahre 1999 bis 2000 analysiert worden. Etwa vier Prozent aller GEK-Versicherten erhielten einmal oder mehrfach Tranquilizer oder Schlafmittel auf Rezept. Auffällig sei, dass 50 Prozent der betreffenden Mittel von nur zehn Prozent der Ärzte verordnet würden. Dieter Hebel will Kontakt zu den Ärztekammern aufnehmen, um gegen die „ärztlich verordnete Sucht“ vorzugehen.
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