ArchivDeutsches Ärzteblatt44/2001Bundeswehr: Jeglichen Kriegsdienst verweigern

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Bundeswehr: Jeglichen Kriegsdienst verweigern

Dtsch Arztebl 2001; 98(44): A-2871 / B-2441 / C-2286

Rupprecht, Markus

Zu dem Beitrag „Partner im zivilen Gesundheitswesen“ von Generaloberstabsarzt Dr. med. Karl W. Demmer in Heft 36/2001:
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LNSLNS Die Bundeswehr hat sich spätestens seit der Bombardierung Jugoslawiens 1999 unter dem Deckmantel der NATO von ihrem Grundgesetzauftrag (Landesverteidigung) verabschiedet. Daher muss die Öffentlichkeit langsam wieder an die zunehmenden Kriegseinsätze herangeführt werden. Dazu gehören die so genannten Partnerschaften im zivilen Gesundheitswesen. Es ist doch nicht primär die Aus-, Fort- und Weiterbildung der Sanitätssoldaten, für die nun vertragliche Regelungen mit zivilen Großkrankenhäusern geschlossen werden, sondern vielmehr – wie Demmer so euphemistisch schreibt –, um „einsatzbedingte Vakanzen in Bundeswehrkrankenhäusern durch Personal der Partnerkrankenhäuser temporär zu überbrücken“. Korrekt und ehrlich müsste Demmer formulieren: Bei den zunehmenden Kriegseinsätzen der Bundeswehr müssen ärztliche wie nichtärztliche Beschäftigte in der Heimat bereitstehen, um die Kampffähigkeit der Soldatinnen und Soldaten zu sichern beziehungsweise wieder herzustellen. Dafür erhält das zivile Großkrankenhaus in Zeiten zunehmender Sparzwänge eine willkommene Aufwandsentschädigung als zusätzliche Einnahmequelle.
Für mich wie für viele meiner Kollegen stand die Berufswahl in mittelbarem oder unmittelbarem Zusammenhang mit der Entscheidung zur Kriegsdienstverweigerung. Etliche leisteten ihren Zivildienst als Ärzte in Krankenhäusern ab. Lassen wir uns jetzt nicht durch die Hintertür zu Handlangern einer verfehlten Friedenspolitik machen und verweigern wir weiterhin jeglichen – auch indirekten – Kriegsdienst!
Markus Rupprecht, Berolfweg 7, 69123 Heidelberg
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