ArchivDeutsches Ärzteblatt44/2001Gesundheitspolitik: Der Leistung muss das Geld folgen

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Gesundheitspolitik: Der Leistung muss das Geld folgen

Dtsch Arztebl 2001; 98(44): A-2874 / B-2444 / C-2289

Beckman, Klaus

Zu dem Beitrag „Eine schwere Operation“ von Tanja Anheier in Heft 38/2001:
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LNSLNS Ein einfaches Zahlenbeispiel zeigt die Situation des ambulanten Operierens aus der Sicht eines Hautarztes:
Für die operative Entfernung eines so genannten Low-risk-Melanoms in der Praxis nach anerkanntem Standard sind die Gebührziffern 451, 2106, 2151 mit der Zusatzziffer 80 abzurechnen. Lediglich die Ziffer 80 (400 Punkte/Verteilungskategorie C im Quartal 1/01, 5,2 beziehungsweise 6,2 Pfennige in KVWL) wird außerhalb des Budgets honoriert. Weder ein zur Abrechnung der Ziffer 80 berechtigter Facharzt noch eine Krankenhausambulanz kann mit einer solchen Honorierung kostendeckend arbeiten oder gar einen Gewinn erzielen. Nur Idealisten oder kaufmännisch Unbedarfte kommen nicht auf die Idee, den Patienten weiterzuschicken.
Für Basalzellkarzinome und Plattenepithelkarzinome stellt sich die Situation ähnlich dar.
Das Krankenhaus wird zurzeit oder demnächst mit DRG bestrebt sein, die gleiche Leistung stationär zu erbringen. Solange der Leistung nicht wirklich das Geld folgt, wird sich auch mit gesundheitspolitischer Schönrednerei die Situation des ambulanten Operierens nur weiter verschlechtern.
Dr. med. Klaus Beckman, Karl-Liebknecht-Straße 10, 45770 Marl
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