BRIEFE

Tabaksteuer: Bravo!

Dtsch Arztebl 2001; 98(44): A-2875 / B-2445 / C-2283

Fuhrmann, Matthias

Zu dem „Seite eins“-Beitrag „Vage Hoffnung“ von Prof. Dr. med. Fritz Beske in Heft 40/2001:
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LNSLNS Sie haben mir mit Ihrem Artikel so richtig aus der Seele gesprochen. Es ist schon längst nicht mehr für den Bürger verständlich, welche Steuer für welche Ausgaben verwendet wird. Warum sollten also ausgerechnet der Raucher und der Versicherungsnehmer für die innere Sicherheit geradestehen? Wurde nicht erst vor kurzer Zeit von unseren Politikern verlangt, der Bürger müsse für seine Rente zusätzlich etwas tun? Warum nun ausgerechnet eine Erhöhung der Versicherungssteuer?
Die Steuerschraube wird immer mehr angezogen, und die Stellen, an denen dies geschieht, sind scheinbar dem Zufall überlassen, nach dem Motto: Heute drehen wir hier und morgen da, der Bürger wird schon zahlen. Warum regt uns Ärzte das noch auf? Da ich nun seit neun Jahren Kassenarzt bin, sollte ich eine hohe Frustrationstoleranzgrenze erreicht haben. Da wir Ärzte aber fast jeden Tag in der Presse lesen können, an welchen Stellen des Gesundheitswesens wir Gelder angeblich „verschwenden“ und „kluge Vorschläge“ gemacht werden, wie wir das ändern sollen, regt sich doch immer mehr Widerstand in mir, und somit begrüße ich Ihren Artikel, Herr Kollege Beske. Wir sollten nicht nachlassen, immer wieder sachliche und vernünftige Vorschläge zu machen:
- Erhöhung der Tabak- und Alkoholsteuer um einen spürbaren Betrag und diese Gelder ausschließlich dem Gesundheitswesen zukommen lassen.
- Halbierung des Mehrwertsteuersatzes auf Arzneimittel.
- Alle versicherungsfremden Leistungen, die zurzeit aus den Kran­ken­ver­siche­rungsbeiträgen mitfinanziert werden, wie Mutterschaftsgeld etc. – es handelt sich um zehn Milliarden Mark pro Jahr –, über den allgemeinen „Steuertopf“ von allen Bürgern unseres Landes bezahlen lassen.
Zusatzidee: Wie wäre es, wenn in der nächsten Bundesregierung ausnahmsweise ein Arzt/eine Ärztin Ge­sund­heits­mi­nis­ter werden würde? Was spricht eigentlich dagegen, dass ein(e) Minister(in) Sachverstand mit einbringen kann? Und wenn das funktioniert, könnte man auch einen Banker zum Finanzminister machen usw. Utopie? Warum eigentlich? Die Welt wird immer komplizierter, die Schlüsselpositionen aber sollten auch entsprechend besetzt werden.
Dr. med. Matthias Fuhrmann, Ludwig-Jahn-Straße 12–16, 72250 Freudenstadt
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