BÜCHER

Die Friedensgrenze zwischen gesetzlicher und privater Kran­ken­ver­siche­rung

Dtsch Arztebl 2001; 98(44): A-2878 / B-2446 / C-2292

Klingenberger, David

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Kran­ken­ver­siche­rung
Profunder Beitrag
David Klingenberger: Die Friedensgrenze zwischen gesetzlicher und privater Kran­ken­ver­siche­rung. Ökonomische und metaökonomische Kriterien einer optimierten Aufgabenabgrenzung zwischen Sozial- und Individualversicherung. Kölner Schriften zur Sozial- und Wirtschaftspolitik, Band 41, Transfer-Verlag, Regensburg, 2001, 298 Seiten, broschiert, 65 DM
Der Streit um die Marktteilung und -abgrenzung zwischen Gesetzlicher und privater Kran­ken­ver­siche­rung war in Deutschland seit jeher politisch-ideologisch überlagert. Die ordnungspolitische Einordnung des Problems der Grenzziehung und der Versicherungspflicht- und Friedensgrenze ist hingegen noch kaum wissenschaftlich durchdrungen.
Das Buch geht diesem facettenreichen Problem vorwiegend mit sozialwissenschaftlichem, sozialpolitischem und gesundheitspolitischem Prüfraster auf den Grund. Der Autor untersucht, ob der privaten Kran­ken­ver­siche­rung im gegliederten System der gesundheitlichen Sicherung eine bloße Komplementär- oder aber eine Substitutiv-Funktion zukommen soll und wie dies im Kontext der Geschichte der Sozialreform gewertet werden muss. Dies führt zu der Frage, inwieweit das Verhältnis von GKV und PKV den normativen Vorgaben der Sozialverfassung entspricht. Analysiert und problematisiert wird die beiderseitige Annäherung der Systeme (Konvergenz), wie sie etwa die Niederlande und Schweiz in Reformoptionen beschritten haben.
Im ersten Drittel des Buches wird die Geschichte der Sozialreform von der Bismarckschen Sozialgesetzgebung bis zu den Gesundheitsreformgesetzen ab Mitte der 70er-Jahre minutiös nachgezeichnet – quasi die Voraussetzung, um die empirisch fundierten, mit Tabellen bestückten gesundheitsökonomischen Wertungen und Ableitungen zu vollziehen. Einen besonderen Schwerpunkt bildet die Beurteilung der Subventionierungsthese, der Spillover-Effekte und der Quersubventionen sowie der positiven und inversen Umverteilung im System und zwischen den Systemen. Ein erneutes Drehen an der seit 1971 dynamisierten „Friedensgrenze“ ist zurzeit politisch zwar nicht akut, die für 2003 angekündigten Reformoptionen fordern die Gesundheitspolitik aber auf, sich rechtzeitig auf eine Neubestimmung des Verhältnisses zwischen Gesetzlicher und privater Kran­ken­ver­siche­rung einzustellen. Dazu leistet der Autor einen profunden Beitrag. Harald Clade
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