ArchivDeutsches Ärzteblatt44/2001Sicherheit und Effektivität der intravenösen Eisentherapie

MEDIZIN: Referiert

Sicherheit und Effektivität der intravenösen Eisentherapie

Dtsch Arztebl 2001; 98(44): A-2888 / B-2456 / C-2300

sca

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LNSLNS Ein Eisenmangel ist ein häufiges Problem bei chronisch erkrankten Patienten. Die geringe Resorption und mangelnde Verträglichkeit limitieren oft eine effektive orale Substitution. Zur intravenösen Eisentherapie stehen eine Reihe von Präparaten zur Verfügung. Die Studie untersuchte die Frage, ob eine monatliche hochdosierte Einmalgabe eines neu zugelassenen stabilen Eisen-Saccharose-Komplexes bei Patienten mit renaler Anämie bezüglich Effektivität und Sicherheit mit der nur niedrig dosierbaren, wöchentlichen Gabe von Eisenglukonat vergleichbar ist.
59 Patienten mit renaler Anämie (unter Dialysetherapie und Gabe von rHuEpoetin) erhielten randomisiert für sechs Monate entweder eine monatliche Einmalgabe von 250 mg Eisen-Saccharose oder eine wöchentliche Applikation von 62,5 mg Eisenglukonat. Es wurden der Hämoglobinwert, die Ferritinkonzentration sowie das Auftreten unerwünschter Nebenwirkungen der Behandlung ermittelt. In beiden Gruppen ließ sich der Hämoglobinwert im Verlauf der sechsmonatigen Behandlung stabilisieren, Ferritin und Transferrinsättigung stiegen in beiden Gruppen vergleichbar und signifikant an. Die hochdosierte Einmalgabe von Eisen-Saccharose wurde dabei genauso gut vertragen wie die wöchentliche Applikation von niedrigdosiertem Eisenglukonat. Es wurden weder anaphylaktische Zwischenfälle noch akute Reaktionen im Sinne einer Eisentoxizität (Hypotension, Schwindel oder Übelkeit) beobachtet. Unabhängig hiervon gibt die Literatur einige Hinweise für eine bessere Verträglichkeit und Sicherheit stabiler Eisenkomplexe wie dem Eisen-Saccharose-Komplex im Vergleich zu eher labilen Verbindungen wie dem Eisenglukonat.
Die Autoren schließen, dass mit dem neuen, sehr stabilen Eisen-Saccharose-Komplex eine gut verträgliche, sichere und effektive Präparation für die hochdosierte intravenöse Eisensubstitution zur Verfügung steht, die insbesondere für den ambulanten Bereich praktische Vorteile bietet. Obwohl die Daten an einem nephrologischen Patientenkollektiv erhoben wurden, scheinen die Ergebnisse auch für die Eisensubstitution bei Patienten in der Gynäkologie, Gastroenterologie oder Rheumatologie für den Praxisalltag relevant zu sein. sca

Kosch M, Bahner U, Bettger H, Matzkies F, Teschner M, Schaefer RM: A randomised, controlled parallel-group trial on efficacy and safety of iron sucrose (Venofer) vs iron gluconate (Ferrlecit) in haemodialysis patients treated with rHuEPO. Nephrol Dialy Transplant 2001; 16: 1239–1244.

Prof. Dr. med. RM Schaefer, Medizinische Klinik und Poliklinik D, Universitätsklinikum Münster, Albert-Schweitzer-Straße 33, 48129 Münster.

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