ArchivDeutsches Ärzteblatt44/2001Azelainsäure-Minocyclin: Mit Dreierkombination gegen die Akne

VARIA: Wirtschaft - Aus Unternehmen

Azelainsäure-Minocyclin: Mit Dreierkombination gegen die Akne

Dtsch Arztebl 2001; 98(44): A-2902 / B-2466 / C-2310

Hoc, Siegfried

Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...
LNSLNS Die multifaktorielle Pathogenese der Akne und ihre unterschiedlichen Verläufe benötigen eine effektive Therapie, die gleichzeitig die Compliance der Patienten fördert. Die Asche AG in Hamburg bietet hierfür mit dem „3-S-Konzept“ drei aufeinander abgestimmte Produkte an: Die Azelainsäure (Skinoren®), ein körpereigener Akne-Antagonist zur topischen Behandlung der leichten bis mittelschweren Akne, für schwerere Akneformen das systemisch wirksame Tetrazyklin Minocyclin (Skinocyclin®) sowie ein auf die Akne-Haut abgestimmtes Waschgel (Skinoclear®).
Akne ist eine weltweit und bei allen Rassen vorkommende Hauterkrankung, die von vielen Menschen als harmlos und nicht behandlungsbedürftig eingeschätzt wird.
Typisch ist der Verlauf mit anfänglich nur leichten Hautveränderungen (Komedonen), die allmählich in entzündete Knötchen und Eiterbläschen übergehen können. Die Akne conglobata mit ausgeprägten knotigen Hautveränderungen stellt sich oft erst gegen Ende der Pubertät ein.
Wie Dr. Thomas Jansen (Bochum) mitteilte, lässt sich aber die Entwicklung einer schweren, papulo-pustulösen Akneform oder gar einer Akne conglobata eben aufgrund der multifaktoriellen Pathogenese kaum vorhersagen, sodass eine frühzeitige Behandlung immer sinnvoll ist.
Besiedelung des Talkdrüsenfollikels
Akne ist primär keine infektiöse Erkrankung im Sinne einer Pyodermie. Dennoch spielt im Verlauf der Erkrankung die Besiedlung des Talgdrüsenfollikels mit Bakterien, die Entzündungsmediatoren freisetzen, eine wichtige Rolle. Am bekanntesten ist Propionibacterium acnes. Diese Spezies produziert zelltoxische Propionate, Histamin, Bacteriozine und niedermolekulare Faktoren, die auf Lymphozyten und Makrophagen chemotaktisch wirken.
Auch genetische Faktoren sind bei der Akne beteiligt. Bei eineiigen Zwillingen ist die Konkordanz der Akne einschließlich Verteilung und Schweregrad sehr hoch. Akne weist die Zeichen einer polygenen Erkrankung auf. Exogene Faktoren beeinflussen aber die Ausdrucksformen der Akne.
Zusätzliche Hautpflege
Zur Behandlung leichter bis mittelschwerer Acne vulgaris hat sich Azelainsäure (Skinoren) als topisches Monotherapeutikum bewährt. Diese körpereigene Substanz wirkt antibakteriell, antientzündlich und reguliert die Verhornungsstörung. Azelainsäure verhindert somit – bei frühzeitigem Behandlungsbeginn – schwere Verläufe und Narbenbildung. Bei konsequenter zweimal täglicher Anwendung sind sichtbare Erfolge in der Regel nach drei bis vier Wochen festzustellen. Ein leichtes Brennen auf der Haut trete meistens nur zu Beginn der Therapie auf, berichtete Prof. Niels Sönnichsen (Berlin).
Zeichnet sich ein schwerer Verlauf ab oder ist es aus Gründen der Patientenführung indiziert, den Hautzustand schnell zu verbessern, kann Azelainsäure vor allem initial mit dem systemischen Antibiotikum Minocyclin (Skinocyclin) kombiniert eingesetzt werden. Unter diesem „skinophilen“ Tetrazyklin entwickeln sich deutlich seltener Resistenzen, sodass es ohne Unterbrechung bis zu drei Monate lang gegeben werden kann. Eine so lange Behandlungszeit ist aber in der Regel nicht notwendig. Bei Akne im Kindesalter darf Minocyclin, wie andere Tetrazykline auch, nicht gegeben werden, da es sich in die kindlichen Knochen und Zähne einlagert.
Um dem Hautreinigungsbedürfnis der Akne-Patienten zu entsprechen, wurde das medizinische Waschgel Skinoclean entwickelt. Sein leicht saurer pH-Wert schafft ein saures Milieu auf der Haut, die dann besonders gut die Azelainsäure aufzunehmen vermag. Außerdem sei der psychologische Effekt der Hautreinigung bei den Akne-Patienten nicht zu unterschätzen, betonte Sönnichsen. Siegfried Hoc
Anzeige

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Fachgebiet

Zum Artikel

Anzeige

Alle Leserbriefe zum Thema