Supplement: Geldanlage

Biotechnologie: Schlüsselindustrie

Dtsch Arztebl 2001; 98(44): [3]

Isenegger, Urs Markus

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LNSLNS Die Biotechnologie läutet einen Strukturwandel in der Medizin ein und bleibt deshalb langfristig ein Anlagethema.

Die meisten Anlageexperten sind sich einig: Das Börsenjahr 2000 war schlecht, und auch in diesem Jahr mussten bereits herbe Verluste hingenommen werden. Für den strategischen und langfristig orientierten Anleger hat sich jedoch nichts geändert. Aktien gehören nach wie vor in sein Portfolio. Als aussichtsreiches Beispiel dafür sind Biotech-Aktien und Biotech-Fonds zu nennen.
Bei Biotech-Fonds sind die Börsen-Protagonisten wenig bekannt. Sie heißen Vertex, Millennium oder Medimmune. Nur Amgen, die größte Biotechnologie-Firma der Welt, Biogen oder die von Roche kontrollierte Genentech sind bereits in aller Munde. Das dürfte sich bald ändern: In jüngster Zeit haben verschiedene Produkte und Technologien den Durchbruch geschafft.
„Die Biotechnologie explodiert“, schreibt Liana Moussatos, die Biotech-Spezialistin der UBS Asset Management in New York, „nie zuvor haben wir derart viele Erfolge auf breiter Front beobachten können.“ Der deutsche Fondsmanager Heiko Thieme spricht von der „Schlüsselindustrie des 21. Jahrhunderts“: Die Biotechnologie läute einen Strukturwandel in der Medizin ein; Biotech-Fonds und Biotech-Aktien seien deshalb auf lange Sicht eine interessante Geldanlage.
Nach Angaben aus Branchenkreisen gibt es heute weltweit rund 570 kotierte Biotech-Unternehmen, 400 davon sind in den USA domiziliert. Wer also Anteile eines Biotech-Fonds kauft, investiert Geld vor allem
in US-Aktien; entsprechend hoch ist das Währungsrisiko. Unabhängig davon kann sich die Kursentwicklung der Branche in den vergangenen Jahren sehen lassen: Der aus knapp 200 Titeln bestehende Nasdaq-Biotech-Index legte zum Beispiel im Winterhalbjahr 1999/2000 um 250 Prozent zu und übertrumpfte den boomenden Internet- und Computersektor.
Für eine Anlage in Biotech-Aktien oder -Fonds spricht auch die älter werdende Bevölkerung und die damit steigende Nachfrage auf dem Gesundheitssektor. „Wir erleben eine Wende in der Altersforschung“, sagt der Biologieprofessor Leonard Guarente vom Massachusetts Institute of Technology. Die Erkundung der Lebensverlängerung sei mehr als eine trügerische Hoffnung. Medikamente und Therapien, die derzeit entwickelt und im Verlauf der nächsten Jahre vermarktet werden, könnten den Alterungsprozess verlängern und vor allem erträglicher machen. Dies verspreche gute Gewinnaussichten für die Biotech-Unternehmen in der Zukunft.
Die generelle Richtung zu kennen ist das eine, ein ausgewogenes, zentriertes, optimiertes Engagement das andere. Wer auf Biotech setzt, kommt um eine Fondsauswahl nicht herum. Nicht alle der kotierten Biotech-Firmen sind für Anlagefonds geeignet: Bei einem großen Teil fehlt eine angemessene Liquidität. Zudem ist im Bereich Biotech ein Fonds-Rating besonders schwierig, weil die meisten Produkte erst seit kurzer Zeit angeboten werden, was eine vergleichende Bewertung erschwert. Wie bei jeder ernst gemeinten Finanz- und Vermögensplanung ist deshalb die persönliche Beratung durch einen unabhängigen Berater zu empfehlen.

Urs Markus Isenegger
JML Jürg M. Lattmann AG
Swiss Investment Counsellors
Baarerstrasse 53
CH-6304 Zug (Schweiz)
E-Mail: UrsMarkusIsenegger@jml.ch
Zur Biotechnologie zählen sämtliche Verfahren, die lebende Zellen oder Enzyme zur Stoffumwandlung oder Stoffproduktion nutzen. Größter Sektor und Wachstumsbereich ist die „Rote Biotechnologie“. Unter dem Thema „Pharma“ finden sich hier die Tätigkeitsfelder Erbgutforschung, neue Therapien und Diagnostika im Bereich der Medizin, somatische Gentherapie, molekulare Diagnostik sowie neue Medikamente und Impfstoffe auf biowissenschaftlicher Basis.
Zur Biotechnologie zählen sämtliche Verfahren, die lebende Zellen oder Enzyme zur Stoffumwandlung oder Stoffproduktion nutzen. Größter Sektor und Wachstumsbereich ist die „Rote Biotechnologie“. Unter dem Thema „Pharma“ finden sich hier die Tätigkeitsfelder Erbgutforschung, neue Therapien und Diagnostika im Bereich der Medizin, somatische Gentherapie, molekulare Diagnostik sowie neue Medikamente und Impfstoffe auf biowissenschaftlicher Basis.
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