ArchivDeutsches Ärzteblatt45/2001Milzbrand: Schnelle Information

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Milzbrand: Schnelle Information

Dtsch Arztebl 2001; 98(45): A-2909 / B-2485 / C-2309

Jachertz, Norbert

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LNSLNS Eine Viertelstunde vor ihrem Auftritt sagte Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­terin Ulla Schmidt ab; am vergangenen Freitag hatte sie an sich vor, der Haupt­ver­samm­lung des Marburger Bundes ihre Auffassung zum Urteil des Europäischen Gerichtshofs in Sachen Bereitschaftsdienste kund zu tun.
Zwei Alarmmeldungen aus Thüringen und aus Schleswig-Holstein, Verdachtsfälle von Milzbrand seien aufgetreten, hatten die Bundesregierung und insbesondere die zuständige Ministerin am 2. November aufgeschreckt. Noch am selben Abend konnte freilich Entwarnung gegeben werden: wieder einmal Trittbrettfahrer.
Trotz Fehlalarm – das Interesse an zuverlässigen Informationen über Milzbrand ist groß. Es gibt ein empfehlenswertes Merkblatt des Robert Koch-Instituts (dazu auch der Beitrag „Spezifische Informationen“ in diesem Heft). Die Redaktion des Deutschen Ärzteblattes hat dieses Merkblatt in ihr Online-Angebot aufgenommen, aufzurufen unter www.aerzteblatt.de. Schnelle Informationen, auch über weitere mögliche biologische Waffen (Pokken, Botulismus, Pest) enthält ein Artikel, der bereits am 19. Oktober erschienen ist („Steckbrief von unsichtbaren ,Tätern‘“ in Heft 42).
Bisher sind hierzulande keine Attacken mit biologischen Waffen zu verzeichnen. Gelassenheit und ein kühler Kopf bei Alarmmeldungen sind das Gebot der Stunde. Was aber, wenn es einmal zu Angriffen kommt, zumal solchen mit größeren Auswirkungen? Sind wir genügend darauf vorbereitet? Erinnert sei dazu an das Interview mit dem Präsidenten der Deutschen Gesellschaft für Katastrophenmedizin, Dr. Friedhelm Bartels, in Heft 43 vom 26. Oktober. Bartels weist darin auf die unzureichende Verknüpfung von Rettungsdiensten, Katastrophenschutz und öffentlichem Gesundheitsdienst hin und auf „die defizitären Vorbereitungen auf einen Bio-Hazard sowie auch vielfach fehlende Evakuierungspläne für sehr viele Menschen in und aus Ballungsräumen“.
Immerhin, die Aktivitäten am 2. November lassen hoffen, dass
Kooperation und Improvisation auch im Ernstfall klappen könnten. Norbert Jachertz
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