ArchivDeutsches Ärzteblatt45/2001Betriebskrankenkassen: Höhere Beiträge auf breiter Front

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Betriebskrankenkassen: Höhere Beiträge auf breiter Front

Dtsch Arztebl 2001; 98(45): A-2912 / B-2488 / C-2312

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LNSLNS BKK-Chef kritisiert Ablösung der Arzneibudgets.
Von den rund 300 Betriebskrankenkassen (BKK) werden 80 bis 90 in Kürze ihre Beiträge erhöhen. Der Vorstandsvorsitzende des BKK Bundesverbandes, Wolfgang Schmeinck, rechnet zum Jahresende mit einem Anstieg des BKK-Durchschnittssatzes von 12,7 auf 13 Prozent. Einen so hohen Satz habe es bei den BKK noch nie gegeben. Jüngste Berechnungen deuteten darauf hin, dass der Beitrag aller gesetzlichen Krankenkassen am Ende des Jahres durchschnittlich 14 Prozent erreichen werde. Er liegt derzeit bei 13,6 Prozent. Ob es im nächsten Jahr zu einer weiteren Anhebung der Beitragssätze kommt, hängt Schmeinck zufolge vom Erfolg des Arzneimittel-Sparpakets ab.
Die Arzneimittelausgaben aller Krankenkassen werden nach einer Hochrechnung des BKK-Bundesverbandes im Jahr 2001 um neun Prozent (1. Halbjahr 2001: 11 Prozent) höher sein als im Jahr 2000. Damit steigen die Arzneimittelausgaben der Kassen voraussichtlich auf 41,3 Milliarden DM (2001: 37,8 Milliarden DM).
Als Grund für den Ausgabenanstieg bei Arzneimitteln nannte Schmeinck die im Januar von Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­terin Ulla Schmidt verkündete Abschaffung der Arzneimittelbudgets. Die Politik habe dabei zu sehr auf Versprechen der Ärzte vertraut, den Ausgabenanstieg abzubremsen. Die neue Kostenlawine lasse sich weder durch das von Schmidt geplante Sparpaket noch durch die auf regionaler Ebene zwischen Ärzten und Kassen zu beschließenden Zielvereinbarungen in den Griff bekommen.
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