ArchivDeutsches Ärzteblatt45/2001Poliomyelitis: Gefahr unterschätzt

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Poliomyelitis: Gefahr unterschätzt

Dtsch Arztebl 2001; 98(45): A-2916 / B-2476 / C-2320

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LNSLNS Nur die Hälfte der Ärzte ist geimpft.
Der tatsächliche Impfstatus liegt weit hinter dem notwendigen zurück: Lediglich 50 Prozent der Ärzte sind gegen Poliomyelitis geimpft, 86 Prozent halten einen Impfschutz für wichtig. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie, die das Institut für Markt- und Medizinstudien im Auftrag der Bundes­ärzte­kammer und der Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände erstellte.
Weil seit 1990 keine au-tochthone Polio-Erkrankung mehr nachgewiesen worden sei, würden die Ärzte nachlässig. „Doch die Maßnahmen gegen Poliomyelitis sind in Deutschland bei weitem noch nicht ausreichend“, erklärte Prof. Dr. med. Adolf Windorfer, Präsident des niedersächsischen Landesgesundheitsamtes. Obwohl viele deutsche Kinder einen guten Impfschutz aufwiesen, bestünden erhebliche Lücken bei Kindern ausländischer Herkunft. Viele Migranten hätten keinen ausreichenden Impfschutz. Eingeschleppte Polioviren könnten schnell Infektionen hervorrufen. Beispiel Bulgarien und Dominikanische Republik: Obwohl beide Länder jahrelang poliofrei waren, erkrankten durch eingeschleppte oder rückmutierte Viren im Jahr 2000 mehrere Menschen an Polio.
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