ArchivDeutsches Ärzteblatt45/2001Ministerin besucht Sicherheitslabor: „Kein Anlass zur Sorge“

POLITIK: Medizinreport

Ministerin besucht Sicherheitslabor: „Kein Anlass zur Sorge“

Dtsch Arztebl 2001; 98(45): A-2925 / B-2500 / C-2323

Richter, Eva A.

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Foto: Reuters
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Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­terin Ulla Schmidt (SPD) besuchte das Sicherheitslabor des Robert Koch-Instituts (RKI), um zu begutachten, ob Deutschland für die Bekämpfung möglicher bioterroristischer Angriffe gerüstet ist. Laborkapazitäten seien ausreichend vorhanden, sagte sie im Anschluss an die Besichtigung am 31. Oktober in Berlin. Gegebenenfalls könnten diese auch von den Mitgliedsstaaten der Europäischen Union gemeinsam genutzt werden. Jeweils ein Mitarbeiter des RKI und des Paul-Ehrlich-Instituts sollen ab sofort die Europäische Kommission beim Vorgehen gegen den Bioterrorismus unterstützen, kündigte die Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­terin an. Obwohl derzeit kein Anlass zur Besorgnis bestehe, würden auch auf nationaler Ebene alle Vorsorgemaßnahmen getroffen.
Antibiotika zur Therapie von beispielsweise Milzbrand seien ausreichend in Deutschland vorhanden, bekräftigte auch der Präsident des RKI, Prof. Dr. med. Reinhard Kurth. Dies hätte eine Bestandsaufnahme bei Herstellern, Händlern und Apothekern ergeben. Es sei bereits derzeit kein Problem, 100 000 Patienten zusätzlich zu behandeln. Der Pharmakonzern Bayer hat zudem seine Ciprobay-Produktion verdreifacht. Erfahrungen, wie resistente Keime auf Reserveantibiotika reagieren, gäbe es allerdings nicht, räumte Kurth, der für die neu geschaffene „Bundesinformationsstelle für biologische Kampfstoffe“ verantwortlich ist, ein. Resistenzen gegen Ciprobay, das jetzt die Zulassung für die Therapie von Milzbrand-Infektionen erhalten hat, seien jedoch nicht zu erwarten. ER

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