ArchivDÄ-TitelSupplement: PRAXiSPraxis Computer 6/2001Medica 2001 – Mobile Systeme für die Medizin: Der kurze Weg zwischen Arzt und Patient

Supplement: Praxis Computer

Medica 2001 – Mobile Systeme für die Medizin: Der kurze Weg zwischen Arzt und Patient

Dtsch Arztebl 2001; 98(45): [8]

Krüger-Brand, Heike E.

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Besucher der Medica können sich über ein breites Spektrum der ambulanten und stationären Versorgung informieren und einen Blick auf die Medizin von Morgen werfen. Ob das Handy als Werkzeug zur Online-Überwachung von Risikopatienten, Navigationssysteme für die interaktive Chirurgie oder 3-D-Ultraschall für die Echtzeitbildgebung – präsentiert wird eine Fülle zukunftsweisender Anwendungen und Produkte.
Die Informations- und Kommunikationstechnologien im Gesundheitswesen haben sich zu einem Schwerpunktthema der Medizinmesse entwickelt, da computerbasierte Systeme für die Qualität und Wirtschaftlichkeit der medizinischen Versorgung zunehmend wichtiger werden. Mehr als ein Drittel der Besucher hat sich nach Angaben des Messeveranstalters im vergangenen Jahr über diesen Bereich informiert. Diesem Interesse trägt die „Medica Media“ Rechnung: Auf rund 700 qm bietet die Sonderschau Informationen zur Gesundheitstelematik und gibt einen Überblick über künftige Trends und Entwicklungen. Hierzu gehört zum Beispiel die Integration digital generierter Röntgendaten in die klinischen Informationssysteme, Lösungen für die elektronische Patientenakte und drahtlose Kommunikationsnetzwerke in Klinik und Arztpraxis. Die „Medica Media“ gliedert sich in vier Themenbereiche:
M Anwenderforum: Einsatzmöglichkeiten der Medizin-Telematik werden auf einer Videowand vorgestellt. Die Themenpalette umfasst beispielsweise Entwicklungen im Bereich der Diagnostik, der Bildverarbeitung und des Internets sowie computergestützte Navigation und Robotik.
M Sonderpräsentationen: Rund 40 Forschungseinrichtungen zeigen Neu-es aus Forschung und Entwicklung. Teilnehmer sind unter anderem Hochschulen aus Slowenien, Schweden, Norwegen und Großbritannien.
M Workshops: Wissenschaftler, Ärzte und Gesundheitsmanager informieren über Erkenntnisse und Ergebnisse bei der Umsetzung von Telematikprojekten. Themen sind unter anderem die elektronische Patientenakte, E-Health, Sicherheit von Patientendaten und Patienteninformationssysteme.
M „Meet the Expert“: Auf diesem Forum präsentieren Experten in diesem Jahr Forschungsergebnisse aus dem Bereich der Gerontologie und telemedizinische Anwendungen.
Telemetrie und drahtlose Kommunikation
Fortschritte in Diagnostik und Therapie ergeben sich insbesondere aus der Kooperation verschiedener Disziplinen wie Medizin, Naturwissenschaften, Medizintechnik und Kommunikations- und Informationstechnik (siehe auch Seite 24 f.). Telemetrische Überwachungssysteme etwa sollen künftig dazu beitragen, Klinikaufenthalte von Patienten zu verkürzen und ihnen eine schnellere Genesung im heimischen Umfeld zu ermöglichen. So entwickelt das Institut für Technik der Informationsverarbeitung (ITIV) der Universität Karlsruhe ein am Körper tragbares Signalverarbeitungssystem, an das kleine Sensoren angeschlossen werden. Über Elektrodenpflaster misst das System beispielsweise die Herzfrequenz. Die telemetrische Messung des Augeninnendruck ist ebenfalls möglich. Die Messdaten werden drahtlos an eine Basisstation übermittelt – zum Beispiel an ein Handy, das die Daten weiterleitet, oder direkt zur Analyse an einen Computer. Nicht nur im Notfall können auf diesem Weg schnell Behandlungsschritte eingeleitet werden, sondern die Daten stehen dem Arzt generell für Untersuchungen zur Verfügung und ermöglichen eine kontinuierliche Überwachung zum Beispiel von Risikopatienten und chronisch Kranken.
Im Projekt „Body Area Network“ (siehe Titelbild) des Fraunhofer-Instituts für Integrierte Schaltungen, Erlangen, geht es ebenfalls um die drahtlose Kommunikation zwischen am menschlichen Körper getragenen Komponenten (Datenbrille, drahtlose Ohrhörer, Mikrofone und Sensoren) und damit verbundene medizinische Einsatzmöglichkeiten, wie die Übertragung der Körperparameter (Blutdruck, Puls, Temperatur etc.) oder der Parameter von Körperimplantaten. Die Daten werden entweder zu einem Handheld-Computer übertragen, wo sie der Arzt lokal abfragen kann, oder aber zur Fernabfrage über das Internet zur Verfügung gestellt. Weitere Beispiele für mobile Systeme sind tragbare EKG-Geräte, mit denen Patienten zu Hause selbst ein EKG ableiten und an ihren Arzt oder ein Servicezentrum übertragen können, und mobile Blutzuckermessgeräte, mit denen Diabetiker ihre Blutzuckerwerte, gespritzte Insulinmengen, Broteinheiten und andere Daten an Diabeteszentren übermitteln können. Entscheidend für die Akzeptanz solcher Therapieansätze ist allerdings, dass die eingesetzte Technik nicht nur immer leistungsfähiger wird, sondern auch intuitiv bedienbar und vor allem bezahlbar ist.
Ein weiterer Schwerpunkt der Messe sind unterschiedliche Verfahren der Visualisierung, die vor allem in der medizinischen Lehre sowie in der Fort- und Weiterbildung von Ärzten neue Formen des Lernens ermöglichen. Beispiele hierfür sind interaktive dreidimensionale Modelle des menschlichen Körpers und Computersimulationen von komplexen biologischen Prozessen, etwa Stoffwechselvorgängen in bestimmten Körperregionen.
Spracherkennungssysteme haben ihre „Kinderkrankheiten“ inzwischen überwunden und sind – auf der Basis natürlicher Spracheingabe – zu praktikablen Werkzeugen für die Arztbriefschreibung herangereift. Auf der Medica werden Lösungen vorgestellt, mit denen der Anwender zusätzlich zum Befund auch direkt den ICD-Schlüssel aufrufen und verschlüsselt dokumentieren kann. Heike E. Krüger-Brand

Medica-Informationen
Zur Medica 2001 werden rund 120 000 Fachbesucher aus aller Welt erwartet. Mehr als 3 500 Aussteller präsentieren auf 113 000 qm Nettofläche in Düsseldorf ihre Lösungen und Produkte.
- Informationen im Internet unter: www.medica.de. Das Programm zur „Medica Media“ kann dort als PDF-Datei heruntergeladen werden.
- Medica-Kompass mit dem Ausstellerverzeichnis der Praxis-EDV-Anbieter, Seite 12 f.
- Produktinformationen und Ausstellungsschwerpunkte aus der Informations- und Kommunikationstechnologie, Seite 10–15.
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