ArchivDeutsches Ärzteblatt40/1996Einschnitte bei der Lohnfortzahlung

THEMEN DER ZEIT: Aufsätze

Einschnitte bei der Lohnfortzahlung

Clade, Harald

Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...
LNSLNS Mit den sechs Gesetzen, die der Deutsche Bundestag am 13. September verabschiedet hat, werden wesentliche Teile des Programms "für mehr Wachstum und Beschäftigung" umgesetzt. Die Bestimmungen treten zum 1. Oktober 1996 und zum 1. Januar 1997 in Kraft. Sowohl die Entgeltfortzahlung als auch die Krankengeldregelung für Arbeitnehmer wurden eingeschränkt: Bei der Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall für gewerbliche Arbeitnehmer und Angestellte wird eine Wartezeit von vier Wochen nach der Aufnahme einer neuen Beschäftigung eingeführt. Die Höhe der Entgeltfortzahlung wird auf 80 Prozent des Arbeitsentgelts festgesetzt. Nach Arbeitsunfällen und bei Berufskrankheiten bleibt es bei der vollen Entgeltfortzahlung. Der Arbeitnehmer kann den Entgeltausfall vermeiden, indem er sich für je fünf Krankheitstage einen Tag auf den Urlaub anrechnen läßt. Wenn die Entgeltfortzahlung im Tarifvertrag oder im Arbeitsvertrag eigenständig geregelt ist, gilt die für den Arbeitnehmer günstigere Regelung. Die jetzt beschlossenen Gesetzesänderungen werden insofern nur dann greifen, wenn die Tarifbestimmungen geändert werden.
Es wird klargestellt, daß Vereinbarungen zur Berücksichtigung von Fehlzeiten bei der Bemessung der Höhe von Sondervergütungen zulässig sind. Die Sondervergütung darf für jeden krankheitsbedingten Fehltag nur um höchstens ein Viertel des Arbeitsentgelts, das im Jahresdurchschnitt auf einen Arbeitstag entfällt, gekürzt werden. – Zum 1. Januar wird das Krankengeld um 10 Punkte von 80 auf 70 Prozent des regelmäßigen Bruttoentgelts, aber nicht mehr als 90 Prozent des Nettoentgelts, gesenkt. – Der Bundestag hat erneut den Vermittlungsausschuß angerufen. Dabei geht es unter anderem um die Kürzung der Bezügefortzahlung für Beamte im Krankheitsfall ab 1. Januar 1997. HC
Anzeige

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Fachgebiet

Zum Artikel

Der klinische Schnappschuss

Anzeige

Alle Leserbriefe zum Thema

Stellenangebote