ArchivDeutsches Ärzteblatt45/2001Regelung in den Niederlanden

THEMEN DER ZEIT

Regelung in den Niederlanden

Dtsch Arztebl 2001; 98(45): A-2940 / B-2510 / C-2330

Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...
LNSLNS Nach dem niederländischen „Gesetz zur Überprüfung der Lebensbeendigung auf Verlangen und der Hilfe bei der Selbsttötung“ (dessen In-Kraft-Treten für den Sommer/Herbst 2001 vorgesehen ist) bleibt zwar die Beendigung des Lebens auf Verlangen bzw. die Beihilfe zur Selbsttötung grundsätzlich weiterhin strafbar; jedoch werden die entsprechenden Straftatbestände (Art. 293 und 294 StGB) durch Ausnahmeregelungen ergänzt. Voraussetzungen der Straffreiheit sind:
- die Beendigung des Lebens muss von einem Arzt vorgenommen werden,
- der Arzt muss überzeugt sein, dass das Verlangen des Patienten freiwillig und wohl überlegt ist,
- der Arzt muss überzeugt sein, dass das Leiden des Patienten aussichtslos und sein Leiden unerträglich ist,
- der Arzt muss den Patienten über seinen Zustand und dessen Aussichten aufgeklärt haben,
- der Arzt muss mit dem Patienten überzeugt sein, dass es keine angemessene andere Lösung gibt,
- der Arzt muss mindestens einen weiteren, unabhängigen Kollegen konsultiert haben, der den Patienten gesehen und sein schriftliches Urteil über die in den vorstehenden Punkten bezeichneten Sorgfaltskriterien abgegeben hat,
- die Lebensbeendigung muss medizinisch sorgfältig ausgeführt worden sein,
- der Arzt muss den kommunalen Leichenbeschauer informiert haben.
Von regionalen Kommissionen (deren Vorsitzender ein Jurist ist und denen ferner mindestens ein Arzt und ein Spezialist in ethischen Fragen angehört) wird überprüft, ob der Arzt die vorgenannten Kriterien eingehalten hat; sofern dies nicht der Fall ist, ist die Staatsanwaltschaft zu informieren.
Anzeige

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Fachgebiet

Zum Artikel

Anzeige

Alle Leserbriefe zum Thema