ArchivDeutsches Ärzteblatt45/2001Psychiatrie: Unwägbarkeiten

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Psychiatrie: Unwägbarkeiten

Dtsch Arztebl 2001; 98(45): A-2948 / B-2517 / C-2336

Schmidt-Endres, Holger

Zu dem Beitrag „Psychiatrie und Psychotherapie: Bedarfsplanung überdenken“ von Prof. Dr. med. Jürgen Fritze und Prof. Dr. med. Max Schmauß in Heft 41/2001:
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LNSLNS Die von den Autoren genannten neun (!) verschiedenen Gebietsbezeichnungen im Gebiet der Psychiatrie und Psychotherapie machen es für einen jungen Arzt unkalkulierbar, ob er sich nach Abschluss seiner Facharzt-Weiterbildung niederlassen kann. Es gibt keine eigenen Bedarfszahlen für den „Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie“ und keine eigenen Abrechnungsziffern. Er kann sich als „ausschließlich psychotherapeutisch tätiger Arzt“ niederlassen – unter Verzicht auf 90 % seiner Fähigkeiten, denn mit der Nur-Psychotherapie wird er den komplexen Patienten, die er als Psychiater zu behandeln gelernt hat, nicht gerecht. Bei einer Niederlassung als Psychiater – sofern überhaupt möglich und die Vertragsarztsitze nicht von Nervenärzten und Neurologen belegt sind – hat er Kosten für Praxismitarbeiter, die er mit dem Honorar einer Psychotherapie-Stunde nicht decken kann, muss also auf Psychotherapie verzichten.
Die Arbeit an Kliniken – sofern überhaupt eine unbefristete Stelle zur Verfügung steht – ist nicht nur unangemessen niedrig bezahlt
(wie bei allen angestellten Ärzten), sondern Psychiater und Psychotherapeuten haben zusätzliche Kosten für den zeitaufwendigen und teuren Erwerb und (für den fertigen Facharzt) die Aktualisierung psychotherapeutischer Kenntnisse und Fähigkeiten. Eine Kostenübernahme durch den Arbeitgeber sowie Anrechnung auf die Arbeitszeit findet nur ansatzweise statt.
Dr. Holger Schmidt-Endres
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