ArchivDeutsches Ärzteblatt45/2001Chelatbildner für Kinder mit erhöhten Blutbleispiegeln wenig effektiv

MEDIZIN: Referiert

Chelatbildner für Kinder mit erhöhten Blutbleispiegeln wenig effektiv

Dtsch Arztebl 2001; 98(45): A-2960 / B-2525 / C-2344

goa

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LNSLNS Die Senkung des Blutbleispiegels bei belasteten Kindern zeigte innerhalb einer dreijährigen Nachbeobachtungszeit nicht die erwünschten positiven Effekte auf Kognition, Verhalten oder neuropsychologische Funktionen.
Die Zulassung des neuentwickelten Chelatbildners Succimer (Dimercaptosuccininsäure) durch die FDA 1991 ließ die Hoffnung der amerikanischen Gesundheitsbehörden keimen, dass Kinder, die aufgrund baulicher Mängel unter hohen Bleibelastungen aufwachsen, von einer frühzeitigen Reduktion der Bleikonzentration im Blut profitieren. 780 Kinder im Alter von 12 bis 33 Monaten und mit Blutbleikonzentrationen zwischen 20 und 44 µg/dl wurden in eine randomisierte placebokontrollierte Doppelblindstudie aufgenommen und in bis zu drei 26-tägigen Behandlungszyklen mit Succimer therapiert. Diese Behandlung vermochte zwar den Blutbleispiegel der Kinder in der Verumgruppe im Vergleich zur Placebogruppe um 4,5 µg/dl zu senken, doch schnitten die Kinder in allen neuropsychologischen Testeinheiten, die auf Lernstörungen hinweisen, nur geringfügig und nicht signifikant besser ab. Auch wenn sich, wie in einer australischen Studie, nach einer längeren Nachbeobachtungszeit noch eindeutig positive Ergebnisse der Therapie abzeichnen könnten (die Daten der heute siebenjährigen Kinder werden gerade evaluiert), gehen die Autoren davon aus, dass eine Therapie von Blutbleispiegeln unter 45 µg/dl keinen wesentlichen Vorteil für die Entwicklung der Kinder hat. goa

Rogan WJ: The effect of chelation therapy with succimer on neuropsychological development in children exposed to lead. N Engl J Med 2001; 344: 1421–1426.

Walter J Rogan, National Institute of Environmental Health Sciences, Research Triangle Park, N.C., USA.

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