ArchivDeutsches Ärzteblatt45/2001Heparininduzierte Thrombozytopenien

MEDIZIN: Referiert

Heparininduzierte Thrombozytopenien

Dtsch Arztebl 2001; 98(45): A-2960 / B-2525 / C-2344

goa

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LNSLNS Kanadische Wissenschaftler fordern, Patienten, die an einer heparininduzierten Thrombozytopenie erkrankt waren, 100 Tage lang nicht wieder mit Heparin zu behandeln. Die Untersuchung der zeitlichen Zusammenhänge von Heparintherapien und des Antikörperprofils für den Verlauf dieser antikörpervermittelten Thrombozytopenie zeigte, dass nach Ablauf von 100 Tagen keine Antikörpertiter mehr nachweisbar und auch eine erneute Anwendung von Heparin bei sieben Patienten nicht zwangsläufig mit einem Wiederauftreten von Antikörpern verbunden war.
Kam es aber vor dem Verschwinden der Antikörper zu einer Heparingabe, wie die Autoren anhand der Daten von insgesamt 243 Patienten beobachten konnten, so fiel bei 70 Prozent der Patienten die Thrombozytenzahl nach vier oder mehr Tagen um mindestens 30 bis 50 Prozent ab. Bei den übrigen 30 Prozent der Patienten erfolgte dieser Abfall jedoch rasch, das heißt durchschnittlich 10,5 Stunden nach Therapiebeginn. In Anbetracht dieser Resultate, geben die Autoren zu bedenken, sollte Heparin zur Antikoagulation bei Patienten mit einer heparininduzierten Thrombozytopenie in der Vorgeschichte nur bei zwingenden Indikationen wie beispielsweise bei großen kardialen oder vaskulären Eingriffen und dann auch erst nach negativem Antikörpernachweis eingesetzt werden. Zur postoperativen Thromboseprophylaxe empfehle es sich, auf Alternativen auszuweichen. goa

Warkentin IE, Kelton JG: Temporal aspects of heparin-induced thrombocytopenia. N Engl J Med 2001; 344: 1286–1292.

Theodore E Warkentin, Hamilton Regional Laboratory Medicine Program, Hamilton Health Sciences Corporation, General Site, 237 Barton St.E., Hamilton, On L8L 2X2, Kanada.

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