ArchivDeutsches Ärzteblatt45/2001Claudicatio intermittens: Wirkstoff Naftidrofuryl hat sich bewährt

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Claudicatio intermittens: Wirkstoff Naftidrofuryl hat sich bewährt

Dtsch Arztebl 2001; 98(45): A-2982 / B-2525 / C-2246

Hahne, Dorothee

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LNSLNS Schätzungsweise 4,5 Millionen Menschen in Deutschland leiden an der peripheren arteriellen Verschlusskrankheit (pAVK). Diagnostiziert wird die Krankheit oftmals erst, wenn die Schmerzen in den Beinen wegen arteriosklerotischer Gefäßveränderungen so stark werden, dass die Patienten nur noch kurze Strecken gehen können. Männer trifft die pAVK fünfmal häufiger als Frauen; Hauptrisikofaktor ist das Zigarettenrauchen. Besonders gefährdet sind auch Patienten mit Hypertonie oder Diabetes mellitus. Neue Perspektiven für die Behandlung von pAVK-Patienten stellten Experten auf einem von Merck veranstalteten Satellitensymposium in Köln vor.
Ultraschall-Telemetrie misst Gehstrecke „live“
Ein neues System, das die Gehstrecke unter Alltagsbedingungen per Ultraschall-Telemetrie erfasst, stellte Dr. Clemens Fahrig vom Franziskus-Krankenhaus in Berlin vor: Das Peripherial Arterial Disease Holter Control (PADHOC). Es besteht aus einem Ultraschallsender, der an der Innenseite des Knöchels fixiert wird, aus einem Empfänger am anderen Knöchel und aus einem Steuergerät, das an den Gürtel geschnallt wird. PADHOC misst den Abstand zwischen Sender und Empfänger und bestimmt daraus Schrittzahl, Schrittlänge und die zurückgelegte Strecke. Der Patient drückt auf einen Knopf, wenn er losläuft, auf einen zweiten, wenn die Beine zu schmerzen beginnen, und auf einen dritten, wenn er vor Schmerzen nicht mehr weiterlaufen kann.
In einer Studie bei 60 Patienten mit Claudicatio intermittens testete Fahrig, wie zuverlässig die PADHOC-Ergebnisse im Vergleich zu denen beim Laufband-Test waren: „Die Patienten akzep-tierten das Verfahren durchweg gut, die Reproduzierbarkeit war teilweise sogar besser als beim Laufband.“
In der medikamentösen Behandlung hat sich Naftidrofuryl bewährt. Dieser Wirkstoff wird schon seit Jahren bei Patienten mit Claudicatio intermittens (Stadium II) eingesetzt. In der Naftidrofuryl Clinical Ischemia Study (NCIS), einer im Doppelblindversuch getesteten und placebokontrollierten Studie mit 196 Patienten, hatte sich die schmerzfreie Gehstrecke unter Naftidrofuryl nach sechs Monaten um 92 Prozent verbessert, bei der Placebo-Gruppe nur um 17 Prozent.
Ähnlich waren die Ergebnisse für die maximale Gehstrecke: In der Verum-Gruppe steigerte sie sich um 83, in der Placebo-Gruppe lediglich um 14 Prozent. Damit sei Naftidrofuryl bisher das einzige vasoaktive Medikament, das die neuesten Richtlinien der europäischen Zulassungsbehörden für die Behandlung der pAVK erfüllt, sagte Prof. Florentin Spengel, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Angiologie (Feldafing). Die europäischen Zulassungsbehörden haben eine Steigerung um 30 Prozent als klinisch relevant definiert.
Globales Management
„Der Konsensusprozess zur Vereinheitlichung der pAVK-Therapie unterliegt einer ständigen Weiterentwicklung, und die beteiligten Fachgesellschaften sollten sich verpflichten, diesen kontinuierlich zu aktualisieren“, forderte Prof. Curt Diehm (Karlsbad-Langensteinbach), Vorsitzender der Transatlantic Intersociety Consensus Group (TASC).
Meilensteine auf diesem Weg seien einige wichtige Konsensus-Papiere, die in den letzten beiden Jahren veröffentlicht worden sind. Dazu gehörten das TASC-Dokument, das Papier der CoCaLis-Gruppe (Coronary and/or carotid artery disease with Leg ischemia) oder das AMIS-2-Dokument. Dorothee Hahne
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