ArchivDeutsches Ärzteblatt46/2001Kassenärzte Ost: Mehr für weniger

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Kassenärzte Ost: Mehr für weniger

Dtsch Arztebl 2001; 98(46): A-2989 / B-2549 / C-2361

Flintrop, Jens

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LNSLNS Zum Ende ging alles sehr schnell: Am 7. November hatte sich der Vermittlungsausschuss von Bundestag und Bundesrat nach zähen Verhandlungen auf einen Kompromiss zur Einführung des Wohnortprinzips bei Honorarvereinbarungen für Ärzte und Zahnärzte geeinigt. Zwei Tage später stimmten Bundestag und Bundesrat dem Gesetzentwurf zu.
Die Gesamtvergütungen der Vertragsärzte in den neuen Ländern werden demnach in den Jahren 2002 bis 2004 um jährlich bis zu drei Prozentpunkte (insgesamt jedoch maximal sechs Prozentpunkte) an das Westniveau angeglichen. Voraussetzung dafür ist aber, dass die Ärzte die damit verbundenen Mehrausgaben an anderer Stelle einsparen – zum Wohle der Beitragssatzstabilität. Paradox, aber durchaus im Sinne einer angemessenen Vergütung der einzelnen Leistungen: Die Ärztinnen und Ärzte in den Ost-KVen sollen weniger Patienten behandeln und weniger Arzneimittel verschreiben; bekommen dafür aber mehr Geld.
Mit Einführung des Wohnortprinzips werden die Verträge über Arzthonorare und Strukturen der ärztlichen Versorgung künftig grundsätzlich zwischen der Kassenärztlichen Vereinigung (KV), in deren Einzugsbereich ein GKV-Versicherter wohnt, und dem jeweiligen Landesverband seiner Krankenkasse geschlossen. Dieses Prinzip gilt bisher nur für Ersatzkassen. Betriebs-, Orts- und Innungskrankenkassen vereinbaren die Arzthonorare derzeit mit der KV, in deren Region sie selbst ihren Sitz haben (Kassensitzprinzip). So verhandelt die BKK für Heilberufe mit Sitz in Düsseldorf die ärztliche Vergütung mit der KV Nordrhein aus, obwohl ihre Mitglieder über das gesamte Bundesgebiet verteilt sind. Zur Kompensation erhalten KVen, in deren Einzugsbereich Versicherte der fernen Krankenkasse behandelt werden, Honorarzahlungen über den Fremdkassenzahlungsausgleich. Seit immer mehr Versicherte ihre Krankenkasse wechseln, hat er ein Volumen von rund sieben Milliarden DM angenommen – 16 Prozent der vertragsärztlichen Gesamtvergütung. Jens Flintrop
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