ArchivDeutsches Ärzteblatt46/2001Frankreich: Klinik-Streik beendet

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Frankreich: Klinik-Streik beendet

Dtsch Arztebl 2001; 98(46): A-2992 / B-2552 / C-2364

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Protest gegen ungleiche Arbeitsbedingungen. Foto: afp
Protest gegen ungleiche Arbeitsbedingungen. Foto: afp
Regierung zahlt privaten Krankenhäusern eine Milliarde DM.
Nach Zugeständnissen der Regierung ist in Frankreich ein Streik privater Krankenhäuser zu Ende gegangen. Zum Hintergrund: Ab dem 1. Januar gilt im öffentlichen Dienst statt der bisherigen 39- die 35-Stunden-Woche. Allein die öffentlichen Krankenhäuser müssen 45 000 neue Stellen für Pflegepersonal schaffen, um die Verkürzung der Arbeitszeit auszugleichen. Dafür erhielten sie seit Juni 2000 sechs Milliarden DM an staatlichen Subventionen. Die rund 1 300 pivaten Kliniken forderten eine vergleichbare Unterstützung. Ihnen ging es vor allem darum, die Flucht ihres Pflegepersonals in die öffentlichen Krankenhäuser einzudämmen, wo die Arbeitsbedingungen besser sind und die Löhne zwischen zehn und 20 Prozent höher liegen.
Nach einem Streik im Oktober und am 5. November hat sich die Regierung nunmehr bereit erklärt, den privaten Kliniken rund eine Milliarde DM zu zahlen.
Nicht nur die jüngste „Klinikkrise“ hat gezeigt, wie schwierig die Einführung des neuen Arbeitszeitgesetzes im Gesundheitswesen ist. Nach Streiks und zähen Verhandlungen hat man sich mit den Assistenzärzten, die oft 60 bis 70 Stunden pro Woche arbeiten, auf eine maximale Arbeitszeit von 48 Stunden geeinigt. Im Gegenzug sollen 3 000 zusätzliche Stellen an den Krankenhäusern geschaffen werden. Ab 2002 sollen zudem Überstunden, Wochenend- und Nachtdienste besser vergütet werden.
In Arztpraxen und Apotheken ist ab 2003 mit ähnlichen Problemen zu rechnen. Die 35-Stunden-Woche gilt dann auch dort, was die Praxis- und Apothekeninhaber zur Schaffung neuer Stellen zwingen wird. Viele Ärzte warnen bereits jetzt, dass sie damit finanziell überfordert sind.
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