ArchivDeutsches Ärzteblatt46/2001Arzneimittel-Sparpaket: Harsche Kritik

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Arzneimittel-Sparpaket: Harsche Kritik

Dtsch Arztebl 2001; 98(46): A-2993 / B-2553 / C-2365

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LNSLNS Krankenkassen hoffen auf stabile Beiträge.
Über das Arzneimittel-Sparpaket von Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­terin Ulla Schmidt wird weiter gestritten. Die betroffenen Verbände übten am 7. November bei einer Anhörung vor dem Gesundheitsausschuss des Bundestages heftige Kritik. Zwar begrüßten die Spitzenverbände der Krankenkassen, dass Pharmahersteller und Apotheker in die „wirtschaftliche und soziale Mitverantwortung“ genommen werden sollen. Unmittelbar finanzielle Steuerungswirkungen gingen von dem Paket jedoch nicht aus.
Der Verband Forschender Arzneimittelhersteller kritisierte den geplanten Preisabschlag auf Arzneimittel ohne Festbetrag. Mit einer staatlich erzwungenen Preissenkung greife der Gesetzgeber unmittelbar in die Marktpreisbildung ein. Der Bundesfachverband der Arzneimittel-Hersteller lehnte die Maßnahmen als „verfassungswidrig, industrie- und ordnungspolitisch verfehlt und nicht zielführend“ ab.
Die Kassenärztliche Bundesvereinigung forderte, bei der geplanten Aut-idem-Regelung müsse der „Entscheidungsvorrang“ des Arztes gewährleistet bleiben. Die Bundes­ärzte­kammer hält aut idem nicht für geeignet, die Therapiesicherheit zu gewährleisten. Sie schlägt stattdessen vor, dass die Ärzte explizit kenntlich machen, ob sie eine Substitution erlauben oder nicht. Dazu müsse das Rezept beide Entscheidungsmöglichkeiten ausweisen.
Die ABDA – Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände begrüßte, dass die Auswahl wirkstoffgleicher Arzneimittel durch den Apotheker zum Regelfall werden soll. Die Apotheker seien dazu fachlich hinreichend qualifiziert. Die Erhöhung der Apothekenrabatte lehnt die ABDA strikt ab.
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