ArchivDeutsches Ärzteblatt46/2001Hausärztetag: Ein wenig Mathematik und Polemik

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Hausärztetag: Ein wenig Mathematik und Polemik

Dtsch Arztebl 2001; 98(46): A-3032 / B-2582 / C-2391

Klein, Michael

Zu dem Beitrag „Mit breiter Brust“ von Josef Maus in Heft 39/2001:
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LNSLNS Schlagartig ist mein fachärztliches Dasein sinnentleert. Herr Kossow rechnet: 70 % der gesundheitlichen Probleme sind durch den Patienten selbst (nach hausärztlicher Beratung) lösbar, von den restlichen 30 % übernehmen die Hausärzte 75 % (bleiben 7,5 von 100 medizinischen Problemen für den Facharzt), davon werden 90 % vom Hausarzt gelöst (bleiben weitere 2,25 Fälle von 100 für den Facharzt). Es besteht also ein fachärztlicher Versorgungsbedarf von unter 10 % aller Menschen mit einem medizinischen Problem, „die spezialärztliche Medizin ist der Sonderfall“.
Unser volles Wartezimmer, Terminplanung bis ins neue Jahr, OP-Termine erst wieder im März 2002 und ähnliche Verhältnisse bei bekannten Orthopäden, Neurologen, Unfallchirurgen, Gynäkologen, Radiologen, Nephrologen, Kardiologen . . ., alles künstlich geschaffener, fachärztlicher Beutegier entspringender, medizinisch nicht notwendiger Bedarf? Lieber Herr Kossow, unsere täglich gute Zusammenarbeit mit den hausärztlichen Kollegen und ein Überweisungsanteil von über 70 % lassen mich weiter an ein vernünftiges, gleichberechtigtes haus- und fachärztliches Nebeneinander glauben – manch fundamentalistischem Funktionärsgerede zum Trotz. Nicht 90 zu 10, sondern 50 zu 50 ist die Realität. Es grüßt ein Facharzt mit breiter Brust.
Dr. med. Michael Klein, Kleiner Werth 34, 42275 Wuppertal
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