ArchivDeutsches Ärzteblatt46/2001Diagnostik von Hypophysenadenomen

MEDIZIN

Diagnostik von Hypophysenadenomen

Dtsch Arztebl 2001; 98(46): A-3053 / B-2595 / C-2403

Klingmüller, Dietrich; Saller, Bernhard; Quabbe, Hans-Jürgen

Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...
LNSLNS Zusammenfassung
Symptome von Patienten mit Hypophysenadenomen werden häufig falsch eingeschätzt, und die Diagnose wird damit zu spät gestellt. Andererseits herrscht bei konkretem klinischen Verdacht oder auch bei zufällig nachgewiesenen Hypophysenadenomen (Inzidentalomen) Unsicherheit über das richtige diagnostische Vorgehen. Aufgrund der Seltenheit der Erkrankung kann eine Verbesserung der Frühdiagnostik nur kosteneffektiv erreicht werden, wenn die erforderliche Diagnostik gezielt eingesetzt wird und unnötige oder nicht korrekt durchgeführte Untersuchungen vermieden werden. Die vorliegende Übersicht stellt charakteristische Leitsymptome zusammen, die auf das Vorliegen eines Hypophysenadenoms hinweisen können. Für das weitere Vorgehen in diesen Fällen wird eine einfach durchzuführende Basisdiagnostik empfohlen, mit der ein bestehender Verdacht durch den primär behandelnden Arzt erhärtet oder verworfen werden kann. Die Schnittstellen zur Übergabe an eine entsprechend spezialisierte Einrichtung werden festgelegt. Bei der differenzierten Diagnostik von Hypophysenadenomen sollte ebenso wie bei der Therapie und Langzeitbetreuung der Schwerpunkt auf einer interdisziplinären Betreuung der betroffenen Patienten liegen.

Schlagwörter: Hypophysenadenom, Cushing-Syndrom, Akromegalie, Prolaktinom, Diagnosestellung

Summary
Diagnosis of Pituitary Adenoma
Symptoms of patients suffering from pituitary adenoma are often misjudged. As a result, the diagnosis is made too late. On the other hand, in cases of a definite clinical suspicion or an
incidentally detected pituitary adenoma (incidentaloma), uncertainty exists about proper diagnostic procedures. As this is a rare disorder, cost efficient improvement in the early diagnosis can only be achieved through purposeful employment of the required diagnosis and avoidance of unnecessary and incorrectly carried out examinations. The present survey draws up characteristic key symptoms that may point to the presence of a pituitary adenoma. For further proceedings in these
cases a simple workable basic diagnosis is recommended to assist the physician in the affirmation or the dismissal of an existing
suspicion. The intersections for transfer to an appropriate special institution are determined. In the differentiated diagnosis as well as in therapy and long term treatment of pituitary adenoma an interdisciplinary treatment to the patients in question is of great importance.

Key words: pituitary adenoma, Cushing’s disease, acromegaly, prolactinoma, diagnosis


Hypophysenadenome sind seltene, gutartige Tumoren, die von den Zellen des Hypophysenvorderlappens ausgehen. Die jährliche Inzidenz klinisch sich manifestierender Adenome beträgt etwa 30 bis 40 pro eine Million Einwohner. Zu unterscheiden sind endokrin inaktive Adenome (etwa 40 Prozent aller Hypophysenadenome) und Hormon sezernierende Adenome, zu denen das Prolaktinom (etwa 30 Prozent), das Wachstumshormon (growth hormone, GH) sezernierende Adenom (etwa 20 Prozent) und das ACTH produzierende Adenom (etwa 5 Prozent) zählen. Sehr selten sind TSH (thyreoideastimulierendes Hormon) sezernierende Adenome und LH/FSH (luteinisierendes Hormon/follikelstimulierendes Hormon) sezernierende Adenome. Hypophysenkarzinome sind Raritäten. Sie können ebenfalls eine Hormonproduktion aufweisen (Prolaktin, GH, ACTH).
Von den Hypophysenadenomen abzugrenzen sind andere Erkrankungen, die als Raumforderungen im Bereich der Hypophyse imponieren (Textkasten). Daneben können Störungen der Hypophysenfunktion ohne raumfordernden Prozess vorliegen (so genanntes Empty-Sella-Syndrom, Zustand nach Schädelbestrahlung, traumatisch bedingte Hypophyseninsuffizienz, verschiedene Formen der Hypophysitis, Morbus Sheehan, angeborene, hypothalamisch oder hypophysär bedingte Störungen der Hormonbildung).
Die niedrige Inzidenz und Prävalenz der Hypophysenkrankheiten, die dadurch bedingte geringe Erfahrung in ihrer Diagnostik und eine oft unspezifisch und sich nur langsam entwickelnde klinische Symptomatik sind Hauptursachen dafür, dass die Diagnose häufig erst Jahre nach dem Auftreten erster klinischer Symptome gestellt wird. Dieser Zeitraum beträgt bei Frauen mit Prolaktinom im Median 4,2 Jahre, bei der Akromegalie 5 Jahre (22).
Notwendigkeit einer verbesserten Frühdiagnose
Unbehandelt oder nicht adäquat behandelte Hypophysenadenome verursachen eine erhöhte Morbidität und Mortalität (7, 20, 24). Bei der Akromegalie liegen unter anderem ein erhöhtes kardiovaskuläres Risiko und ein erhöhtes Malignomrisiko vor (23), Prolaktinome begünstigen bei inadäquater Therapie neben einer Infertilität eine Osteoporose (12). Eine Hypophyseninsuffizienz ist langfristig ebenfalls mit einer erhöhten Morbidität und Mortalität assoziiert sowie mit einer Einschränkung von Leistungsfähigkeit, Wohlbefinden und Lebensqualität (2, 5, 6).
Um derartige Risiken zu senken ist eine verbesserte Frühdiagnose notwendig. Eine Verminderung der Risiken kann nur über eine bessere Kenntnis der klinischen Symptome und eine frühzeitige Klärung durch eine gezielte endokrinologische Basisdiagnostik erreicht werden.
Ziel der vorliegenden Übersicht ist es, die Kenntnis klinischer Leitsym-
ptome von Patienten mit hormonaktiven und hormoninaktiven Hypophysenadenomen zu verbessern, eine standardisierte Basisdiagnostik vorzuschlagen, die vom nicht spezialisierten Arzt durchgeführt werden kann, und festzulegen, wann eine weiterführende Diagnostik durch eine spezialisierte Einrichtung erfolgen muss.
Klinische Leitsymptome
als Schlüssel zur Diagnosestellung
Die Leitsymptome von Patienten mit Hypophysenadenomen lassen sich zurückführen
- auf die Überproduktion der Hormone bei sezernierenden Adenomen,
- auf den Ausfall hypophysärer Funktionen, und/oder
- auf die Raumforderung des Adenoms.
Tabelle 1 stellt die Leitsymptome zusammen, bei denen an das Vorliegen einer Hypophysenkrankheit zu denken ist. Abbildung 1 und 2 zeigen charakteristische klinische Bilder bei Hypophysenadenomen.
Die oft unspezifischen Symptome führen betroffene Patienten häufig zunächst zu Ärzten anderer Fachrichtungen. Bei der Akromegalie können Beschwerden im Bereich des Kiefers, ein Karpaltunnel-Syndrom, oder ein Schlafapnoe-Syndrom die wegweisenden Leitsymptome sein. Bei Patien-
ten mit Prolaktinom oder mit einer Hypophyseninsuffizienz bestimmen Zyklusstörungen, Amenorrhö, Libido- und Potenzstörungen oder eine
Infertilität das Beschwerdebild. Patienten mit einem Morbus Cushing können durch psychiatrische Symptome wie Depression, Angst oder auch Euphorie auffallen. Bei allen großen Adenomen mit Chiasmasyndrom stehen Einschränkungen des Gesichtsfeldes und Sehstörungen im Vordergrund (22). Leitsymptom bei Frauen mit einem Makroadenomen (Durchmesser größer als 10 mm) ist eine Amenorrhö.
Endokrinologische Basisdiagnostik
Die endokrinologische Labordiagnostik muss nach den geltenden Anforderungen zur Qualitätskontrolle durchgeführt werden. Die Erstellung laborinterner Referenzbereiche und die Erstellung zentrumsinterner Referenzbereiche für endokrinologische Funktionstests sind notwendig. Zum laborchemischen Basisprogramm bei Verdacht auf Hypophysenerkrankungen mit einer Hormonüber- oder -unterproduktion gehört die differenzierte Bestimmung von Cortisol, TSH, fT4, GH, IGF-1, LH, FSH, Testosteron/Östradiol beziehungsweise Prolaktin. Die Beurteilung der Hormonwerte und der Testergebnisse muss in Kenntnis der klinischen Fragestellung durch einen endokrinologisch erfahrenen Arzt erfolgen.
Prolaktinom
Bei klinischem Verdacht auf ein Prolaktinom (Tabelle 1), sollte die Diagnostik nach dem in Grafik 1 dargestellten Schema erfolgen. Der Referenzbereich für Prolaktin liegt für Frauen bei weniger als 25 ng/ml, für Männer bei weniger als 15 ng/ml. Eine Konzentration von mehr als 200 ng/ml ist für ein Prolaktinom nahezu beweisend. In diesen Fällen muss immer eine bildgebende Diagnostik mittels Magnetresonanztomographie (MRT) erfolgen (Abbildung 3).
Prolaktinwerte bis 200 ng/ml finden sich einerseits beim Mikroprolaktinom (Durchmesser kleiner als 10 mm), werden andererseits durch verschiedene Medikamente hervorgerufen (wie Metoclopramid, Neuroleptika, a-Methyldopa, trizyklische Antidepressiva), finden sich ferner nach Palpation der Brust, bei Hypothyreose, chronischer Niereninsuffizienz, bei Stress und in der Schwangerschaft sowie passager nach epileptischen Anfällen (25). Weiterhin als so genannte Begleit- oder Enthemmungs-Hyperprolaktinämie bei Unterbrechung des hemmenden hypothalamischen Einflusses auf die Prolaktinfreisetzung durch Kompression des Hypophysenstiels (zum Beispiel durch ein großes hormoninaktives Hypophysenadenom). Wenn andere Ursachen ausgeschlossen sind, sollte deswegen bei solchen Werten eine MRT erfolgen.
Akromegalie
Bei klinischem Verdacht auf eine Akromegalie sollte nach dem in Grafik 2 dargestellten Schema vorgegangen werden. Der orale Glucosebelastungstest (oGTT)/GH-Suppressionstest wird beim nüchternen Patienten mit 75 g Glucose mit einer handelsüblichen Trinklösung durchgeführt. Die Glucose- und GH-Bestimmungen erfolgen vor sowie 30, 60, 90 und 120 min nach Glucosegabe.
Ein GH-Nadir von weniger als 1 ng/ml schließt eine Akromegalie weitgehend aus (10). Diese Grenze wird bei der Benutzung neuer, hochsensitiver Verfahren wahrscheinlich noch sinken. Für die GH-Bestimmung ist eine untere Nachweisgrenze von mindestens 0,5 ng/ml zu fordern. Für das GH-abhängige IGF-I muss die Altersabhängigkeit der Werte beachtet werden. GH- und IGF-I-Werte sind abhängig von der benutzten Bestimmungsmethode. Die Ergebnisse müssen auf einen altersentsprechenden Referenzbereich bezogen werden, der für das verwendete Testsystem gültig ist.
Morbus Cushing
Bei klinischem Verdacht auf ein Cushing-Syndrom sollte nach dem in Grafik 3 gezeigten Schema vorgegangen werden (3, 13, 18). Beim Dexamethason-Kurztest nimmt der Patient um 23 Uhr 1 mg Dexamethason
p. o.. Am darauf folgenden Morgen erfolgt um 8 Uhr die Messung von Cortisol im Serum (1, 14). Ein Wert von weniger als 80 nmol/l schließt ein Cushing-Syndrom nahezu sicher aus (bei kleinen ACTH-produzierenden Hypophysenadenomen kann selten eine Suppression von weniger als 80 nmol/l vorkommen). Andererseits wird eine fehlende Suppression auch unter Östrogengabe, bei Alkoholabusus, bei psychiatrischen Erkrankungen, bei Niereninsuffizienz und bei Adipositas beobachtet. In Zweifelsfällen kann eine Bestimmung des freien Cortisols im 24-Stunden-Sammelurin angeschlossen werden (falschhohe Werte im Urin können bei Alkoholabusus, Depression und hohem Urinvolumen auftreten).
Insuffizienz der Hypophysenvorderlappen
Weisen klinische Symptome auf den Ausfall einer oder mehrerer hypophysärer Funktionen hin (Tabelle 1), sollte die in Tabelle 2 dargestellte Basisdiagnostik durchgeführt werden. Zu beachten ist, dass für den sicheren Beleg einer Hypophyseninsuffizienz die Durchführung endokrinologischer Funktionstests erforderlich ist (9, 16). Bei der Entscheidung, ob eine solche eingehende Diagnostik durch einen Spezialisten erforderlich ist, sollte im Einzelfall Folgendes berücksichtigt werden:
- Der Verdacht auf eine Hypophyseninsuffizienz sollte nicht aufgrund einzelner Symptome geäußert werden (besonders wenn es sich um unspezifische Symptome wie „Schwäche, eingeschränkte Leistungsfähigkeit“ handelt).
- Bei einer Hypophysenerkrankung sind meist mehrere Funktionen ausgefallen. Isolierte Ausfälle (GH, LH/FSH, I, ACTH) kommen jedoch selten vor.
Eine Zuweisung zu einem Spezialisten sollte erfolgen, wenn
- die Basisdiagnostik eine Hypophyseninsuffizienz nicht ausgeschlossen hat,
- trotz unauffälliger Befunde in der Basisdiagnostik aufgrund des klinischen Beschwerdebildes die Verdachtsdiagnose fortbesteht,
- durch eine MRT-Untersuchung bereits ein Makroadenom der Hypophyse nachgewiesen wurde.
Zufällig entdecktes Hypophysenadenom („Inzidentalom“)
In Autopsiestudien wurden in bis zu 27 Prozent der untersuchten Hypophysen Mikroadenome gefunden (15), die sich zu Lebenszeiten klinisch nicht manifestiert haben. In MRT-Untersuchun-
gen des Schädels aus nichtendokrinologischen Indikationen werden ebenfalls in 10 bis 20 Prozent Hypophysenadenome nachgewiesen. Grafik 4 stellt die Basisdiagnostik dar, die in diesen Fällen erfolgen sollte. Bei Makroadenomen muss eine Hormonaktivität abgeklärt und die Hypophysenfunktion durch entsprechende endokrinologische Stimulationstests überprüft werden. Da sich zudem die Frage nach der Operationsindikation stellt, sollten diese Patienten immer frühzeitig einem spezialisierten Zentrum vorgestellt werden.
Bei Mikroadenomen steht der Ausschluss einer Hormonaktivität im Vordergrund. Ergeben sich klinisch keine Hinweise für eine Akromegalie oder ein Cushing-Syndrom und liegt die Prolaktinkonzentration im Normbereich, ist eine weiterführende Diagnostik nicht erforderlich. Eine Hypophyseninsuffizienz liegt bei diesen Adenomen in der Regel nicht vor. Zum Ausschluss einer Größenzunahme sollten Kontroll-MRT-Untersuchungen nach einem, zwei und fünf Jahren erfolgen. Weitere Kontrollen sind gegebenenfalls nach 10 und 15 Jahren erforderlich. Besteht der Verdacht auf ein rasch wachsendes Adenom kann eine erste Kontrolluntersuchung bereits nach drei Monaten erfolgen.
Bildgebende Diagnostik
Die MRT ist das wichtigste bildgebende Verfahren zur Untersuchung
der Sellaregion. Indikationsstellung, Durchführung, Auswertung und Beurteilung sollten nach den gültigen Richtlinien zur Qualitätssicherung der Bundes­ärzte­kammer durchgeführt werden (11). Dementsprechend soll ein MRT der Sellaregion die Sella und die supraselläre Zisterne vollständig, symmetrisch und artefaktfrei mit zumindest koronaren und sagittalen, erforderlichenfalls auch axialen Schichten darstellen. Die Darstellung soll eine Differenzierung von Adenohypophyse und Neurohypophyse ermöglichen. Der Hypophysenstiel, das Infundibulum, das Chiasma und der Sinus cavernosus mit seinen Binnenstrukturen müssen eindeutig voneinander abzugrenzen sein. Eine Computertomographie ist nur dann sinnvoll, wenn Knochenerosionen oder Verkalkungen nachgewiesen werden sollen, beziehungsweise wenn eine MRT-Untersuchung nicht durchgeführt werden kann. Eine Schädelübersichtsaufnahme ist bei dieser Indikation obsolet. Grundsätzlich sollte eine bildgebende Diagnostik nur durchgeführt werden, wenn
- die endokrinologische Diagnostik eine Funktionsstörung der Hypophyse nachgewiesen hat und/oder
- wenn Symptome vorliegen, die auf einen raumfordernden Prozess in der Sellaregion hinweisen (zum Beispiel Gesichtsfelddefekt).
Augenärztliche Diagnostik
Hypophysenadenome können durch Kompression des Chiasma opticum beziehungsweise des Tractus opticus zu typischen Gesichtsfeldausfällen führen (bitemporale Hemianopsie beziehungsweise Verminderung des Visus). Die Perimetrie des Gesichtsfeldes ist daher bei allen Makroadenomen obligat.
Weiterführende Diagnostik
Ergibt die Basisdiagnostik den dringenden Verdacht auf ein hormonaktives oder hormoninaktives Hypophysenadenom, sollte die weiterführende Diagnostik durch einen in der Behandlung von Hypophysenkrankheiten erfahrenen Endokrinologen erfolgen. Die anschließende Entscheidung über das therapeutische Vorgehen sollte interdisziplinär zwischen Endokrinologen und Neurochirurgen getroffen werden.
Stehen Symptome der raumfordernden Wirkung eines Adenoms im Vordergrund (Gesichtsfeldausfälle, Kopfschmerzen), muss umgehend eine Zuweisung in ein spezialisiertes Zentrum erfolgen. Bei akut einsetzenden, starken Kopfschmerzen muss an die Möglichkeit einer Tumor-Apoplexie gedacht werden. In diesem Fall ist wegen des Risikos einer Erblindung eine sofortige Einweisung erforderlich.
Die weiterführende Diagnostik durch den Spezialisten bei Vorliegen der Ergebnisse der Basisdiagnostik schließt unter anderem folgende Vorgehensweisen ein:
- Eine Überprüfung der gesamten Hypophysenfunktion (GH: meist Insulin-Hypoglykämie-Test oder Arginin-Test und IGF-I (17, 21); ACTH: Insulin-Hypoglykämie-Test (8) oder Metopiron-Test; LH/FSH: LHRH-Test, [LHRH, Freisetzungshormon des Luteinisierungshormons] Testosteron/Estradiol; TSH: TRH-Test [TRH, Thyreotropinfreisetzungshormon], fT4).
- Beim Cushing Syndrom die differenzialdiagnostische Abklärung (hypophysär, adrenal, ektopes ACTH-Syndrom).
- Bei Hormon sezernierenden Adenomen die genauere Abklärung der Hormonsekretion.
- Untersuchungen zu Folgekrankheiten (unter anderem kardiale Diagnostik, Koloskopie Schilddrüsensonographie bei der Akromegalie; Osteoporose bei Prolaktinom, M. Cushing, sekundäre Gonadeninsuffizienz und andere).
Bei einer Hypophysenerkrankung empfiehlt sich immer die frühzeitige Zusammenarbeit mit einem auf diesem Gebiet erfahrenen Endokrinologen. Nach der Diagnosesicherung muss die weitere Betreuung des Patienten interdisziplinär zwischen Vertretern der Endokrinologie, Neurochirurgie und Strahlentherapie erfolgen.

zZitierweise dieses Beitrags:
Dt Ärztebl 2001; 98: A 3053–3059 [Heft 46]

Die Zahlen in Klammern beziehen sich auf das Literaturverzeichnis, das über den Sonderdruck beim Verfasser und über das Internet (www.aerzteblatt.de) erhältlich ist.

Anschrift für die Verfasser:
Prof. Dr. med. Dietrich Klingmüller
Abteilung Endokrinologie
Institut für Klinische Biochemie
Rheinische Friedrich-Wilhems-Universität
Sigmund-Freud-Straße 25
53127 Bonn
E-Mail: d.klingmueller@uni-bonn.de
1.
Barrou Z, Guiban D, Maroufi A, Fournier C, Dugue MA, Luton JP, Thomopoulos P: Overnight dexamethasone suppression test: comparison of plasma and salivary cortisol measurement for the screening of Cushing's syndrome. Eur J Endocrinol 1996; 134: 93–96. MEDLINE
2.
Bates AS, Bullivant B, Sheppard MC, Stewart PM: Life expectancy following surgery for pituitary tumours. Clin Endocrinol 1999; 50: 315–319. MEDLINE
3.
Boscaro M, Barzon L, Sonino N: The diagnosis of Cushing's syndrome: atypical presentations and laboratory shortcomings. Arch Intern Med 2000; 160: 3045–53. MEDLINE
4.
Brew Atkinson A: The role of bilateral inferior petrosal sinus sampling in the investigation of ACTH-dependent hypercortisolism. Clin Endocrinol 1999; 51: 149–150. MEDLINE
5.
Bulow B, Hagmar L, Mikoczy Z, Nordstrom CH, Erfurth EM: Increased cerebrovascular mortality in patients with hypopituitarism. Clin Endocrinol 1997; 46: 75–81. MEDLINE
6.
Burman P, Deijen JB: Quality of life and cognitive function in patients with pituitary insufficiency. Psychother Psychosom 1998; 67: 154–167. MEDLINE
7.
Ehrnborg C, Hakkaart-Van Roijen L, Jonsson B, Rutten FF, Bengtsson BA, Rosen T: Cost of illness in adult patients with hypopituitarism. Pharmacoeconomics 2000; 17: 621–628. MEDLINE
8.
Erturk E, Jaffe CA, Barkan AL: Evaluation of the integrity of the hypothalamic-pituitary-adrenal axis by insulin hypoglycemia test. J Clin Endocrinol Metab 1998 ; 83: 2350–2354. MEDLINE
9.
Fowler PB: Pituitary insufficiency. Lancet 1998; 352: 816. MEDLINE
10.
Giustina A, Barkan A, Casanueva FF, Cavagnini F, Frohman L, Ho K, Veldhuis J, Wass J, Von Werder K, Melmed S: Criteria for cure of acromegaly: a consensus statement. J Clin Endocrinol Metab 2000; 85: 526–529. MEDLINE
11.
Leitlinien der Bundes­ärzte­kammer zur Qualitätssicherung der Magnet-Resonanz-Tomographie. Dt Ärztebl 2000 ; 97: 2557–2568 [Heft 39]. VOLLTEXT
12.
Luciano AA: Clinical presentation of hyperprolactinemia. J Reprod Med 1999 ; 44: 1085–1090. MEDLINE
13.
Newell-Price J, Trainer P, Perry L, Wass J, Grossman A, Besser M: A single sleeping midnight cortisol has 100 per cent sensitivity for the diagnosis of Cushing's syndrome. Clin Endocrinol 1995; 43: 545–550. MEDLINE
14.
Newell-Price J, Grossman A: Diagnosis and management of Cushing's syndrome. Lancet 1999; 353: 2087–2088. MEDLINE
15.
Molitch ME: Pituitary incidentalomas. Endocrinol Metab Clin North Am 1999; 26: 725–740. MEDLINE
16.
Oelkers WK: Hypopituitarism. Curr Ther Endocrinol Metab 1997; 6: 27–31. MEDLINE
17.
Oertel H, Strasburger CJ, Kann P, Quabbe HJ: Empfehlungen zur Indikation der Wachstumshormon-Substitution im Erwachsenenalter. Arbeitsgemeinschaft Hypophyse und Hypophysentumore der Deutschen Gesellschaft fur Endokrinologie (DGE). Dtsch Med Wochenschr 1998; 123: 883–886. MEDLINE
18.
Puig J, Wagner A, Caballero A, Rodriguez-Espinosa J, Webb SM: Cost-effectiveness and accuracy of the tests used in the differential diagnosis of Cushing's syndrome. Pituitary 1999; 1: 125–132. MEDLINE
19.
Randeva HS, Schoebel J, Byrne J, Esiri M, Adams CB, Wass JA: Classical pituitary apoplexy: clinical features, management and outcome. Clin Endocrinol 1999; 51: 181–188. MEDLINE
20.
Rosen T, Bengtsson BA: Premature mortality due to cardiovascular disease in hypopituitarism. Lancet 1990; 336: 285–288. MEDLINE
21.
Shalet SM, Toogood A, Rahim A, Brennan BMD: The diagnosis of growth hormone deficiency in children and adults. Endocr Rev 1998; 19. MEDLINE
22.
Stoffel-Wagner B, Stöger P, Klingmüller D: Erstsymptome und Anamnesezeiten bei 517 Patienten mit Hypophysenadenomen. Dtsch Med Wochenschr 1997; 122: 213–219. MEDLINE
23.
Swearingen B, Barker FG 2nd, Katznelson L, Biller BM, Grinspoon S, Klibanski A, Moayeri N, Black PM, Zervas NT: Long-term mortality after transsphenoidal surgery and adjunctive therapy for acromegaly. J Clin Endocrinol Metab 1998; 83: 3419–3426. MEDLINE
24.
Tomlinson JW, Holden N, Hills RK, Wheatley K, Clayton RN, Bates AS, Sheppard MC, Stewart PM: Association between premature mortality and hypopituitarism. Lancet 2001; 357: 425–431. MEDLINE
25.
von Werder K: Klinische Neuroendokrinologie. Berlin, Heidelberg, New York: Springer 1998.
Raumfordernde Prozesse im Bereich von Hypophyse und Hypothalamus Hypophysenadenome Kraniopharyngiome Meningeome Germinome Gliome Metastasen (besonders bei Mamma-, Bronchial-, Nierenzell-, Prostatakarzinom) Lymphome Granulomatöse Erkrankungen (Sarkoidose, Tuberkulose, Histiozytose) Chordome Rathkesche Zyste Epidermoid-Zyste Aneurysmen
Raumfordernde Prozesse im Bereich von Hypophyse und Hypothalamus Hypophysenadenome Kraniopharyngiome Meningeome Germinome Gliome Metastasen (besonders bei Mamma-, Bronchial-, Nierenzell-, Prostatakarzinom) Lymphome Granulomatöse Erkrankungen (Sarkoidose, Tuberkulose, Histiozytose) Chordome Rathkesche Zyste Epidermoid-Zyste Aneurysmen
Textkasten 1
Raumfordernde Prozesse im Bereich von Hypophyse und Hypothalamus Hypophysenadenome Kraniopharyngiome Meningeome Germinome Gliome Metastasen (besonders bei Mamma-, Bronchial-, Nierenzell-, Prostatakarzinom) Lymphome Granulomatöse Erkrankungen (Sarkoidose, Tuberkulose, Histiozytose) Chordome Rathkesche Zyste Epidermoid-Zyste Aneurysmen
´ Tabelle 1C C ´ Leitsymptome bei Hypophysenadenomen Symptome einer Überproduktion hypophysärer Hormone Prolaktinom Bei der Frau: Zyklusstörungen, Amenorrhö, Galaktorrhoe Beim Mann: Libido- und Potenzverlust, (selten Galaktorrhoe, Gynäkomastie) Akromegalie Vergröberung von Gesichtszügen Vergrößerung von Händen und Füßen Vermehrtes Schwitzen Karpaltunnel-Syndrom Malokklusion der Zahnreihen Schlafapnoe-Syndrom Morbus Cushing Adipositas mit stammbetonter Fettverteilung Vollmondgesicht Livide Striae am Stamm Hypertonie Diabetes mellitus Osteoporose Depression, Angst Symptome eines Ausfalls hypophysärer Funktionen ACTH-Mangel Schwäche, Müdigkeit Gewichtsverlust Übelkeit, Erbrechen (selten Hypoglykämie) TSH-Mangel Myxödem Kälteintoleranz Obstipation LH-/FSH-Mangel Blasse Haut, feine Hautfältelung Bei der Frau: Zyklusstörungen, Amenorrhö, Infertilität Beim Mann: Libido- und Potenzverlust, Infertilität Wachstumshormon- Beim Erwachsenen: Mangel Eingeschränkte Leistungsfähigkeit Stammbetonte Adipositas Fettstoffwechselstörungen Osteoporose ADH-Mangel Diabetes insipidus (nur bei Mitbeteiligung des Hypothalamus) Symptome der Raumforderung eines Hypophysenadenoms Kopfschmerzen Chiasmasyndrom Einschränkung des Gesichtsfeldes, Sehstörungen Hypophyseninsuffizienz Einschränkung des Gesichtsfeldes, Sehstörungen Hirnnervenausfälle selten Augenmuskelparesen durch Schädigung des N. abduzens, N. trochlearis und/oder N. oculomotorius Hypophysen-Apoplexie Plötzlich auftretende, meist bitemporale Zephalgie, Sehstörungen (selten hypothalamische Störungen, Zeichen erhöhten intrakraniellen Drucks) ACTH, adrenokortikotropes Hormon; TSH, thyreiodeastimulierendes Hormon; LH, luteinisierendes Hormon; FSH, follikelstimulierendes Hormon; ADH, antidiuretisches Hormon
´ Tabelle 1C C ´ Leitsymptome bei Hypophysenadenomen Symptome einer Überproduktion hypophysärer Hormone Prolaktinom Bei der Frau: Zyklusstörungen, Amenorrhö, Galaktorrhoe Beim Mann: Libido- und Potenzverlust, (selten Galaktorrhoe, Gynäkomastie) Akromegalie Vergröberung von Gesichtszügen Vergrößerung von Händen und Füßen Vermehrtes Schwitzen Karpaltunnel-Syndrom Malokklusion der Zahnreihen Schlafapnoe-Syndrom Morbus Cushing Adipositas mit stammbetonter Fettverteilung Vollmondgesicht Livide Striae am Stamm Hypertonie Diabetes mellitus Osteoporose Depression, Angst Symptome eines Ausfalls hypophysärer Funktionen ACTH-Mangel Schwäche, Müdigkeit Gewichtsverlust Übelkeit, Erbrechen (selten Hypoglykämie) TSH-Mangel Myxödem Kälteintoleranz Obstipation LH-/FSH-Mangel Blasse Haut, feine Hautfältelung Bei der Frau: Zyklusstörungen, Amenorrhö, Infertilität Beim Mann: Libido- und Potenzverlust, Infertilität Wachstumshormon- Beim Erwachsenen: Mangel Eingeschränkte Leistungsfähigkeit Stammbetonte Adipositas Fettstoffwechselstörungen Osteoporose ADH-Mangel Diabetes insipidus (nur bei Mitbeteiligung des Hypothalamus) Symptome der Raumforderung eines Hypophysenadenoms Kopfschmerzen Chiasmasyndrom Einschränkung des Gesichtsfeldes, Sehstörungen Hypophyseninsuffizienz Einschränkung des Gesichtsfeldes, Sehstörungen Hirnnervenausfälle selten Augenmuskelparesen durch Schädigung des N. abduzens, N. trochlearis und/oder N. oculomotorius Hypophysen-Apoplexie Plötzlich auftretende, meist bitemporale Zephalgie, Sehstörungen (selten hypothalamische Störungen, Zeichen erhöhten intrakraniellen Drucks) ACTH, adrenokortikotropes Hormon; TSH, thyreiodeastimulierendes Hormon; LH, luteinisierendes Hormon; FSH, follikelstimulierendes Hormon; ADH, antidiuretisches Hormon
Tabelle 1
´ Tabelle 1C C ´ Leitsymptome bei Hypophysenadenomen Symptome einer Überproduktion hypophysärer Hormone Prolaktinom Bei der Frau: Zyklusstörungen, Amenorrhö, Galaktorrhoe Beim Mann: Libido- und Potenzverlust, (selten Galaktorrhoe, Gynäkomastie) Akromegalie Vergröberung von Gesichtszügen Vergrößerung von Händen und Füßen Vermehrtes Schwitzen Karpaltunnel-Syndrom Malokklusion der Zahnreihen Schlafapnoe-Syndrom Morbus Cushing Adipositas mit stammbetonter Fettverteilung Vollmondgesicht Livide Striae am Stamm Hypertonie Diabetes mellitus Osteoporose Depression, Angst Symptome eines Ausfalls hypophysärer Funktionen ACTH-Mangel Schwäche, Müdigkeit Gewichtsverlust Übelkeit, Erbrechen (selten Hypoglykämie) TSH-Mangel Myxödem Kälteintoleranz Obstipation LH-/FSH-Mangel Blasse Haut, feine Hautfältelung Bei der Frau: Zyklusstörungen, Amenorrhö, Infertilität Beim Mann: Libido- und Potenzverlust, Infertilität Wachstumshormon- Beim Erwachsenen: Mangel Eingeschränkte Leistungsfähigkeit Stammbetonte Adipositas Fettstoffwechselstörungen Osteoporose ADH-Mangel Diabetes insipidus (nur bei Mitbeteiligung des Hypothalamus) Symptome der Raumforderung eines Hypophysenadenoms Kopfschmerzen Chiasmasyndrom Einschränkung des Gesichtsfeldes, Sehstörungen Hypophyseninsuffizienz Einschränkung des Gesichtsfeldes, Sehstörungen Hirnnervenausfälle selten Augenmuskelparesen durch Schädigung des N. abduzens, N. trochlearis und/oder N. oculomotorius Hypophysen-Apoplexie Plötzlich auftretende, meist bitemporale Zephalgie, Sehstörungen (selten hypothalamische Störungen, Zeichen erhöhten intrakraniellen Drucks) ACTH, adrenokortikotropes Hormon; TSH, thyreiodeastimulierendes Hormon; LH, luteinisierendes Hormon; FSH, follikelstimulierendes Hormon; ADH, antidiuretisches Hormon
´ Tabelle 2C C ´ Basisdiagnostik beim Verdacht auf eine Hypophysenvorderlappeninsuffizienz Funktionsstörung Basisdiagnostik Anmerkung ACTH-Mangel Cortisol im Serum (8.00 Uhr) Bei komplettem Mangel erniedrigt. Normalwert schließt partiellen ACTH-Mangel nicht aus*1. TSH-Mangel TSH, fT4 fT4 bei thyreotroper Insuffizienz erniedrigt. TSH erniedrigt oder niedrig normal LH-/FSH-Mangel Bei der Frau: Estradiol, LH, FSH bei gonadotroper Estradiol, LH, FSH*2 Insuffizienz erniedrigt. Bei normalem Zyklus gonadotrope Insuffizienz ohne Hormonanalytik ausgeschlossen Beim Mann: Testosteron, LH, FSH bei gonadotroper Testosteron, LH, FSH*2 Insuffizienz erniedrigt. GH-Mangel IGF-I Altersentsprechend erniedrigtes IGF-I weist mit hoher Sicherheit auf GH-Mangel hin. Normales IGF-I schließt GH-Mangel nicht aus*1. *1 Die Entscheidung über eine weiterführende Diagnostik mittels Stimulationstests muss im Einzelfall durch einen Spezialisten getroffen werden. Ein ACTH-Mangel tritt in der Regel nicht isoliert, sondern zusammen mit dem Ausfall anderer Hypophysenfunktionen auf. *2 Bei Nachweis erniedrigter Testosteron-Estradiol- und LH-FSH-Werte ist zusätzlich eine Hyperprolaktinämie beziehungsweise ein Prolaktinom auszuschließen. ACTH, adrenokortikotropes Hormon; TSH, thyreoideastimulierendes Hormon; LH, luteinisierendes Hormon; FSH, follikelstimulierendes Hormon; fT4, freies Tetrajodthyronin; GH, Wachstumshormon; IGF-I, „insulin-like growth factor I“.
´ Tabelle 2C C ´ Basisdiagnostik beim Verdacht auf eine Hypophysenvorderlappeninsuffizienz Funktionsstörung Basisdiagnostik Anmerkung ACTH-Mangel Cortisol im Serum (8.00 Uhr) Bei komplettem Mangel erniedrigt. Normalwert schließt partiellen ACTH-Mangel nicht aus*1. TSH-Mangel TSH, fT4 fT4 bei thyreotroper Insuffizienz erniedrigt. TSH erniedrigt oder niedrig normal LH-/FSH-Mangel Bei der Frau: Estradiol, LH, FSH bei gonadotroper Estradiol, LH, FSH*2 Insuffizienz erniedrigt. Bei normalem Zyklus gonadotrope Insuffizienz ohne Hormonanalytik ausgeschlossen Beim Mann: Testosteron, LH, FSH bei gonadotroper Testosteron, LH, FSH*2 Insuffizienz erniedrigt. GH-Mangel IGF-I Altersentsprechend erniedrigtes IGF-I weist mit hoher Sicherheit auf GH-Mangel hin. Normales IGF-I schließt GH-Mangel nicht aus*1. *1 Die Entscheidung über eine weiterführende Diagnostik mittels Stimulationstests muss im Einzelfall durch einen Spezialisten getroffen werden. Ein ACTH-Mangel tritt in der Regel nicht isoliert, sondern zusammen mit dem Ausfall anderer Hypophysenfunktionen auf. *2 Bei Nachweis erniedrigter Testosteron-Estradiol- und LH-FSH-Werte ist zusätzlich eine Hyperprolaktinämie beziehungsweise ein Prolaktinom auszuschließen. ACTH, adrenokortikotropes Hormon; TSH, thyreoideastimulierendes Hormon; LH, luteinisierendes Hormon; FSH, follikelstimulierendes Hormon; fT4, freies Tetrajodthyronin; GH, Wachstumshormon; IGF-I, „insulin-like growth factor I“.
Tabelle 2
´ Tabelle 2C C ´ Basisdiagnostik beim Verdacht auf eine Hypophysenvorderlappeninsuffizienz Funktionsstörung Basisdiagnostik Anmerkung ACTH-Mangel Cortisol im Serum (8.00 Uhr) Bei komplettem Mangel erniedrigt. Normalwert schließt partiellen ACTH-Mangel nicht aus*1. TSH-Mangel TSH, fT4 fT4 bei thyreotroper Insuffizienz erniedrigt. TSH erniedrigt oder niedrig normal LH-/FSH-Mangel Bei der Frau: Estradiol, LH, FSH bei gonadotroper Estradiol, LH, FSH*2 Insuffizienz erniedrigt. Bei normalem Zyklus gonadotrope Insuffizienz ohne Hormonanalytik ausgeschlossen Beim Mann: Testosteron, LH, FSH bei gonadotroper Testosteron, LH, FSH*2 Insuffizienz erniedrigt. GH-Mangel IGF-I Altersentsprechend erniedrigtes IGF-I weist mit hoher Sicherheit auf GH-Mangel hin. Normales IGF-I schließt GH-Mangel nicht aus*1. *1 Die Entscheidung über eine weiterführende Diagnostik mittels Stimulationstests muss im Einzelfall durch einen Spezialisten getroffen werden. Ein ACTH-Mangel tritt in der Regel nicht isoliert, sondern zusammen mit dem Ausfall anderer Hypophysenfunktionen auf. *2 Bei Nachweis erniedrigter Testosteron-Estradiol- und LH-FSH-Werte ist zusätzlich eine Hyperprolaktinämie beziehungsweise ein Prolaktinom auszuschließen. ACTH, adrenokortikotropes Hormon; TSH, thyreoideastimulierendes Hormon; LH, luteinisierendes Hormon; FSH, follikelstimulierendes Hormon; fT4, freies Tetrajodthyronin; GH, Wachstumshormon; IGF-I, „insulin-like growth factor I“.
Abbildung 1: 68-jähriger Patient mit Akromegalie und den typischen Zeichen: große Nase, dicke Lippen und ausgeprägter Unterkiefer.
Abbildung 1: 68-jähriger Patient mit Akromegalie und den typischen Zeichen: große Nase, dicke Lippen und ausgeprägter Unterkiefer.
Abbildung 1
Abbildung 1: 68-jähriger Patient mit Akromegalie und den typischen Zeichen: große Nase, dicke Lippen und ausgeprägter Unterkiefer.
Abbildung 2: 25-jähriger Patient mit Morbus Cushing (Vollmondgesicht, Gesichtsrötung)
Abbildung 2: 25-jähriger Patient mit Morbus Cushing (Vollmondgesicht, Gesichtsrötung)
Abbildung 2
Abbildung 2: 25-jähriger Patient mit Morbus Cushing (Vollmondgesicht, Gesichtsrötung)
Abbildung 3: a) Makroprolaktinom mit intra-, supra- und parasellärer Ausdehnung, b) nach 2- jähriger medikamentöser Therapie drastisch geschrumpfter Resttumor.
Abbildung 3: a) Makroprolaktinom mit intra-, supra- und parasellärer Ausdehnung, b) nach 2- jähriger medikamentöser Therapie drastisch geschrumpfter Resttumor.
Abbildung 3
Abbildung 3: a) Makroprolaktinom mit intra-, supra- und parasellärer Ausdehnung, b) nach 2- jähriger medikamentöser Therapie drastisch geschrumpfter Resttumor.
Diagnostisches Procedere beim Prolaktinom
Diagnostisches Procedere beim Prolaktinom
Grafik 1
Diagnostisches Procedere beim Prolaktinom
Diagnostisches Procedere bei Akromegalie. GH, Wachstumsfaktor; IGF-I, „insulin-like growth factor“; oGGT, oraler Glucosetoleranztest
Diagnostisches Procedere bei Akromegalie. GH, Wachstumsfaktor; IGF-I, „insulin-like growth factor“; oGGT, oraler Glucosetoleranztest
Grafik 2
Diagnostisches Procedere bei Akromegalie. GH, Wachstumsfaktor; IGF-I, „insulin-like growth factor“; oGGT, oraler Glucosetoleranztest
Diagnostisches Procedere bei Cushing-Syndrom
Diagnostisches Procedere bei Cushing-Syndrom
Grafik 3
Diagnostisches Procedere bei Cushing-Syndrom
Diagnostisches Procedere bei einem Inzidentalom
Diagnostisches Procedere bei einem Inzidentalom
Grafik 4
Diagnostisches Procedere bei einem Inzidentalom
1. Barrou Z, Guiban D, Maroufi A, Fournier C, Dugue MA, Luton JP, Thomopoulos P: Overnight dexamethasone suppression test: comparison of plasma and salivary cortisol measurement for the screening of Cushing's syndrome. Eur J Endocrinol 1996; 134: 93–96. MEDLINE
2. Bates AS, Bullivant B, Sheppard MC, Stewart PM: Life expectancy following surgery for pituitary tumours. Clin Endocrinol 1999; 50: 315–319. MEDLINE
3. Boscaro M, Barzon L, Sonino N: The diagnosis of Cushing's syndrome: atypical presentations and laboratory shortcomings. Arch Intern Med 2000; 160: 3045–53. MEDLINE
4. Brew Atkinson A: The role of bilateral inferior petrosal sinus sampling in the investigation of ACTH-dependent hypercortisolism. Clin Endocrinol 1999; 51: 149–150. MEDLINE
5. Bulow B, Hagmar L, Mikoczy Z, Nordstrom CH, Erfurth EM: Increased cerebrovascular mortality in patients with hypopituitarism. Clin Endocrinol 1997; 46: 75–81. MEDLINE
6. Burman P, Deijen JB: Quality of life and cognitive function in patients with pituitary insufficiency. Psychother Psychosom 1998; 67: 154–167. MEDLINE
7. Ehrnborg C, Hakkaart-Van Roijen L, Jonsson B, Rutten FF, Bengtsson BA, Rosen T: Cost of illness in adult patients with hypopituitarism. Pharmacoeconomics 2000; 17: 621–628. MEDLINE
8. Erturk E, Jaffe CA, Barkan AL: Evaluation of the integrity of the hypothalamic-pituitary-adrenal axis by insulin hypoglycemia test. J Clin Endocrinol Metab 1998 ; 83: 2350–2354. MEDLINE
9. Fowler PB: Pituitary insufficiency. Lancet 1998; 352: 816. MEDLINE
10. Giustina A, Barkan A, Casanueva FF, Cavagnini F, Frohman L, Ho K, Veldhuis J, Wass J, Von Werder K, Melmed S: Criteria for cure of acromegaly: a consensus statement. J Clin Endocrinol Metab 2000; 85: 526–529. MEDLINE
11. Leitlinien der Bundes­ärzte­kammer zur Qualitätssicherung der Magnet-Resonanz-Tomographie. Dt Ärztebl 2000 ; 97: 2557–2568 [Heft 39]. VOLLTEXT
12. Luciano AA: Clinical presentation of hyperprolactinemia. J Reprod Med 1999 ; 44: 1085–1090. MEDLINE
13. Newell-Price J, Trainer P, Perry L, Wass J, Grossman A, Besser M: A single sleeping midnight cortisol has 100 per cent sensitivity for the diagnosis of Cushing's syndrome. Clin Endocrinol 1995; 43: 545–550. MEDLINE
14. Newell-Price J, Grossman A: Diagnosis and management of Cushing's syndrome. Lancet 1999; 353: 2087–2088. MEDLINE
15. Molitch ME: Pituitary incidentalomas. Endocrinol Metab Clin North Am 1999; 26: 725–740. MEDLINE
16. Oelkers WK: Hypopituitarism. Curr Ther Endocrinol Metab 1997; 6: 27–31. MEDLINE
17. Oertel H, Strasburger CJ, Kann P, Quabbe HJ: Empfehlungen zur Indikation der Wachstumshormon-Substitution im Erwachsenenalter. Arbeitsgemeinschaft Hypophyse und Hypophysentumore der Deutschen Gesellschaft fur Endokrinologie (DGE). Dtsch Med Wochenschr 1998; 123: 883–886. MEDLINE
18. Puig J, Wagner A, Caballero A, Rodriguez-Espinosa J, Webb SM: Cost-effectiveness and accuracy of the tests used in the differential diagnosis of Cushing's syndrome. Pituitary 1999; 1: 125–132. MEDLINE
19. Randeva HS, Schoebel J, Byrne J, Esiri M, Adams CB, Wass JA: Classical pituitary apoplexy: clinical features, management and outcome. Clin Endocrinol 1999; 51: 181–188. MEDLINE
20. Rosen T, Bengtsson BA: Premature mortality due to cardiovascular disease in hypopituitarism. Lancet 1990; 336: 285–288. MEDLINE
21. Shalet SM, Toogood A, Rahim A, Brennan BMD: The diagnosis of growth hormone deficiency in children and adults. Endocr Rev 1998; 19. MEDLINE
22. Stoffel-Wagner B, Stöger P, Klingmüller D: Erstsymptome und Anamnesezeiten bei 517 Patienten mit Hypophysenadenomen. Dtsch Med Wochenschr 1997; 122: 213–219. MEDLINE
23. Swearingen B, Barker FG 2nd, Katznelson L, Biller BM, Grinspoon S, Klibanski A, Moayeri N, Black PM, Zervas NT: Long-term mortality after transsphenoidal surgery and adjunctive therapy for acromegaly. J Clin Endocrinol Metab 1998; 83: 3419–3426. MEDLINE
24. Tomlinson JW, Holden N, Hills RK, Wheatley K, Clayton RN, Bates AS, Sheppard MC, Stewart PM: Association between premature mortality and hypopituitarism. Lancet 2001; 357: 425–431. MEDLINE
25. von Werder K: Klinische Neuroendokrinologie. Berlin, Heidelberg, New York: Springer 1998.

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Fachgebiet

Zum Artikel

Anzeige

Alle Leserbriefe zum Thema

Anzeige