ArchivDeutsches Ärzteblatt40/1996Arbeitszimmer: Zweierlei Maß

VARIA: Wirtschaft - Recht und Steuer

Arbeitszimmer: Zweierlei Maß

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LNSLNS Die Rechtsprechung zur steuerlichen Anerkennung eines häuslichen Arbeitszimmers und die dabei aufgestellten strengen Grundsätze können nicht auf außer Haus angemietete Arbeitszimmer übertragen werden. Das hat das Finanzgericht München entschieden (Urteil vom 16. August 1995, Az.: 1 K 3831/ 91, Entscheidungen der Finanzgerichte 1996, 220).
Bei einer Ortsbesichtigung des außerhäuslichen Arbeitszimmers eines Steuerzahlers stellte das Finanzamt fest, daß das Zimmer wie ein normales Wohn- und Schlafappartement ausgestattet sei, mit einem kleinen Fernsehgerät, einem Stereo-Kassettenrekorder sowie privaten Büchern und einigen privaten Kleidungsstücken. Das Finanzamt lehnte daher den Abzug der Mietkosten für das Arbeitszimmer als Werbungskosten bei den Einkünften aus nichtselbständiger Arbeit ab.
Nach Ansicht des Finanzgerichts München betreffen die von der Rechtsprechung für die steuerliche Anerkennung eines Arbeitszimmers aufgestellten strengen Grundsätze in erster Linie ein häusliches Arbeitszimmer, des-sen ausschließlich berufliche Nutzung ohnehin häufig nicht mit Sicherheit festzustellen ist. Bei der beruflichen Anmietung eines Arbeitszimmers außer Haus können hingegen keine Privataufwendungen in den beruflichen Bereich verlagert werden. Es entstehen vielmehr zusätzlich zu den privaten Wohnkosten berufliche Aufwendungen für das Arbeitszimmer. In Fällen dieser Art steht der Anerkennung der Kosten für ein außerhäusliches Arbeitszimmer nicht entgegen, daß sich der Steuerzahler dort in Ruhezeiten auch privat aufhält, daß er die vorhandene Dusche/Toilette oder Kochgelegenheit benutzt oder daß in dem Raum neben beruflichen auch private Bücher beziehungsweise Kleidungsstücke oder ein Radio/Fernsehgerät untergebracht sind. Auf das Urteil hat der Bund der Steuerzahler hingewiesen. EB
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