ArchivDeutsches Ärzteblatt46/2001Arbeitsmarkt: Krankenhäuser suchen Fachärzte

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Arbeitsmarkt: Krankenhäuser suchen Fachärzte

Dtsch Arztebl 2001; 98(46): A-3076 / B-2612 / C-2420

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Foto: Peter Wirtz
Foto: Peter Wirtz
Die Bundesanstalt für Arbeit hat den DÄ-Stellenmarkt ausgewertet: „In der ersten Hälfte des Jahres 2001 wurden im Deutschen Ärzteblatt deutlich mehr Positionen für Fachärzte ausgeschrieben als im Vergleichszeitraum des Vorjahres (+12 Prozent). Dies zeigt, dass sich die Personalprobleme der Krankenhäuser auf Facharztebene weiter verschärft haben. Immer mehr Träger sind gezwungen, Vakanzen mehrfach zu inserieren oder Stellen auszuschreiben, die sie früher intern oder über informelle Kanäle besetzen konnten. Die Zahl der Ärzte, die ihre Weiterbildung abschließen, reicht nicht aus, um den Bedarf zu decken.
Aufgrund der Nachwuchsprobleme haben die Krankenhäuser größere Schwierigkeiten, Facharztstellen unterhalb der Oberarztebene zu besetzen. Während die Zahl der Chefarztausschreibungen mit 340 gegenüber dem Vorjahr unverändert blieb, wurden 13 Prozent mehr Oberarztpositionen und 18 Prozent mehr Positionen für junge Fachärzte ausgeschrieben. Eine überdurchschnittliche Zunahme an Oberarztausschreibungen verzeichneten die Pädiatrie (+80 Prozent), die Chirurgie (+33 Prozent), die Radiologie (+20 Prozent) und die Gynäkologie (+16 Prozent).
Immer weniger Ärzte sind bereit, die Arbeitsbedingungen in den Krankenhäusern hinzunehmen. Als Stichworte seien genannt: Enorme Arbeitsbelastung, festgefahrene hierarchische Strukturen, mangelnde Kooperation zwischen den Berufsgruppen, massive Belastung durch administrative Tätigkeiten. Sie wandern ab in alternative Berufsfelder oder hängen den Arztberuf an den Nagel.
Verschärft wird die Situation durch das Fehlen jeglicher Bedarfsplanung. Es gibt keine Rückkopplung zwischen der Nachfrage in den Krankenhäusern und den Weiterbildungskapazitäten. So werden in der Neurologie/Psychiatrie bereits seit Jahren zu wenig Fachärzte weitergebildet. Nur durch Strukturveränderungen in den Krankenhäusern kann der Beruf des Klinikarztes wieder an Attraktivität gewinnen. Die Ärzteschaft muss sich aktiver in den Diskussionsprozess einschalten. Der Streit um Budgets und Punktwerte hat in der Vergangenheit eine inhaltliche Diskussion verhindert und die Konfrontation zwischen den Arbeitsmarktpartnern gefördert.“
Informationen: Bundesanstalt für Arbeit, Zentralstelle für Arbeitsvermittlung, Bonn, Ansprechpartner für Ärzte: Dr. Wolfgang Martin, Telefon: 02 28/7 13-13 73, E-Mail: Wolfgang.Martin2@arbeitsamt. de oder Ingrid Rebmann,
Telefon: 02 28/7 13-12 08, E- Mail:Ingrid.Rebmann@arbeits amt.de EB
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