ArchivDeutsches Ärzteblatt46/2001Bad Reichenhall: „Bewusst atmen“ mit Sole

VARIA: Heilbäder und Kurorte

Bad Reichenhall: „Bewusst atmen“ mit Sole

Dtsch Arztebl 2001; 98(46): A-3066 / B-2592 / C-2300

Kühn, Beate

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In der Alten Saline Bad Reichenhall gibt ein Museum Auskunft über die Geschichte der Salzgewinnung. Foto: Kur- und Verkehrsverein Bad Reichenhall
In der Alten Saline Bad Reichenhall gibt ein Museum Auskunft über die Geschichte der Salzgewinnung. Foto: Kur- und Verkehrsverein Bad Reichenhall
Mit Soleinhalationen und Entspannungsübungen werden Atemwegserkrankungen auf natürliche Weise behandelt.


Salz darf in keiner Küche fehlen: Es gibt den Speisen die richtige Würze und dient der Konservierung. Aber nicht nur für die Ernährung spielt Salz eine wichtige Rolle. Insbesondere bei der Behandlung von Atemwegserkrankungen haben sich Sole-Inhalationen sowie salzhaltige Bäder, Packungen, Spülungen und Trinkkuren bewährt.
Solequellen wurden anfangs nur für die Herstellung von Siedesalz genutzt. Erst nachdem die Seebädertherapie großen Anklang gefunden hatte, wurde auch die Sole als Heilmittel eingesetzt. Verschiedene Salinen erprobten die heilende Wirkung von Solebädern bereits am Ende des 14. Jahrhunderts, und Paracelsus (1493–1541) war einer der ersten großen Anhänger der „Sulzen des Salzes“, wie er die Sole nannte. Der gezielte Einsatz der Solebäder für Therapiezwecke erfolgte aber erst um das Jahr 1800.
Bad Reichenhall verdankt der Salzgewinnung nicht nur seinen Namen („Reich an Hall“, also „salzreich“), sondern auch seinen Wohlstand und seine Bekanntheit als Kurort. Vor mehr als 1 300 Jahren schenkte der Bayernherzog Theodor dem ersten Bischof von Salzburg die Römerstadt „ad salinas“ (später Reichenhall) sowie 20 Sudpfannen und ein Drittel des dortigen Salzbrunnens. Im Anschluss entwickelte sich die wohlhabende Stadt Reichenhall, deren wertvollstes Gut bis heute das Salz ist. Über die Geschichte der Salzgewinnung gibt ein Museum Auskunft, das sich in der Alten Saline von Bad Reichenhall befindet.
Eine Besonderheit bietet das ehemalige Gradierwerk. Ursprünglich diente es dazu, die Salzkonzentration der Sole schon vor dem Eindampfen zu erhöhen. Dazu ließ man die schwach konzentrierte Sole über meterhoch aufgestapelte Schwarzdornbüsche rieseln. Ein Teil des Wassers verdunstete dabei, sodass beim anschließenden Verdampfen in den Sudpfannen Heizenergie gespart werden konnte. Heute steht das Gradierwerk mitten im Kurpark und dient als überdimensionierter Inhalator. Während man an der dem Wind abgewandten Seite spazieren geht, kann die mit Salz und Wasser angereicherte Luft gut in die Atemwege eindringen und dort ihre reinigende und durchblutungsfördernde Wirkung entfalten.
Für Kurgäste mit Atemwegserkrankungen wurde in Bad Reichenhall ein spezielles einwöchiges Programm („Bewusst atmen“) entwickelt. Es umfasst neben Soleinhalationen Anleitungen zur Atem-, Muskel- und Körperentspannung, Qi-Gong und individuelle Beratungsgespräche. Beate Kühn

- Informationen: Kur- und Verkehrsverein Bad Reichenhall/Bayerisch Gmain, Telefon: 0 86 51/60 63 30, Internet: www.bad-reichenhall.de
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