ArchivDeutsches Ärzteblatt47/2001Urteil: Ärzte dürfen zahnärztlich tätig sein

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Urteil: Ärzte dürfen zahnärztlich tätig sein

Dtsch Arztebl 2001; 98(47): A-3080 / B-2616 / C-2424

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Der Arzt als Zahnarzt: Das Zahnheilkundegesetz von 1952 erlaubt es bislang. Foto: ddp
Der Arzt als Zahnarzt: Das Zahnheilkundegesetz von 1952 erlaubt es bislang. Foto: ddp
Europäisches Recht könnte aber höhere Anforderungen stellen.
Approbierte Ärzte dürfen sich zumindest nach deutschem Recht auch als Zahnärzte niederlassen. Das entschied das Bundesverwaltungsgericht (BVG) in Berlin – den entsprechenden Streit legte es jedoch dem Europäischen Gerichtshof vor. Nach Ansicht des BVG könnte EU-Recht höhere Anforderungen an den Zahnarztberuf stellen (Az.: 3 C 40.01).
Im April hatte das Verwaltungsgericht Darmstadt einem approbierten Arzt das Recht zugesprochen, sich im Odenwaldkreis als Zahnarzt niederzulassen. Der Arzt hatte argumentiert, Zahnheilkunde sei auch für Ärzte ein Prüfungsfach, kieferorthopädische Kenntnisse eigne er sich derzeit in einer Fortbildung an.
Nach dem Urteilsspruch räumte die Bundeszahnärztekammer ein, das Zahnheilkundegesetz von 1952 erlaube es Ärzten, den Zahnarztberuf auszuüben. Dennoch kritisierte die Kammer das Urteil als „massive Irreführung der Patienten“.
Am Wortlaut des deutschen Gesetzes kam jedoch auch das Bundesverwaltungsgericht nicht vorbei. Die Richter nehmen allerdings an, dass europäisches Recht höhere und EU-weit verbindliche Anforderungen an den Beruf des Zahnarztes stellt. Ob dies tatsächlich der Fall ist, soll nun der Europäische Gerichtshof klären.
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