ArchivDeutsches Ärzteblatt47/2001Psychiatrie: Eigene Lebenswirklichkeit

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Psychiatrie: Eigene Lebenswirklichkeit

Dtsch Arztebl 2001; 98(47): A-3118 / B-2646 / C-2452

Fuchs, Thomas

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Thomas Fuchs: Psychopathologie von Leib und Raum. Phänomenologisch-empirische Untersuchungen zu depressiven und paranoiden Erkrankungen. Monographien aus dem Gesamtgebiet der Psychiatrie, Band 102. Steinkopff Verlag, Darmstadt, 2000, XIII, 323 Seiten, gebunden, 148 DM
Der Autor vermittelt einen Zugang zur Psychopathologie, der heute durch das Primat der naturwissenschaftlichen Methodologie nicht mehr sehr bekannt ist. In den ersten beiden Kapiteln stellt der Autor die theoretischen Grundlagen der Phänomenologie und der Psychopathologie von Leib und Raum dar. Der Leser erfährt etwas über Leibinseln, den Körper als desautomatisierten Leib, über Schuld und Scham, Atmosphäre und Stimmungen. Wer sich als Leser darauf einlässt, kann auch seine eigene Lebenswirklichkeit, sein eigenes „Sein in der Welt“ jenseits statistischer Methoden in anderer, heute ungewohnter Weise betrachten.
Der Autor will der Reduktion der Psychiatrie auf bloße korrelative (statistische) Methodologie entgegenwirken, indem er aufzeigt, dass und wie Forschungsergebnisse der Interpretation durch ein Denkmodell bedürfen. Für seine eigenen empirischen Forschungen – die in einem weiteren Kapitel vorgestellt werden – gelingt es ihm vortrefflich, dem Leser die innere Bewegung eines Lebensverlaufes zu einer Erkrankung hin durch seinen phänomenologischen Zugang nachvollziehbar werden zu lassen.
Natürlich kann man diesen Zugang grundsätzlich infrage stellen – aber das führt zu wissenschaftstheoretischen Debatten, für die hier nicht der Ort ist. Insgesamt ein Buch, das auf andere Gedanken bringt. Hermann J. Joosten
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